Versicherungsinnendienst streikt für mehr Geld

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Innendienst-Mitarbeiter wollen mehr Geld. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hat ver.di zu Warnstreiks aufgerufen. Wo die Arbeit bereits niedergelegt wurde und wo es morgen weitergeht.

In den kommenden zwei Wochen will ver.di seine Warnstreiks an allen großen deutschen Versicherungs-Standorten fortsetzen.

In den kommenden zwei Wochen will ver.di seine Warnstreiks an allen großen deutschen Versicherungs-Standorten fortsetzen. Bild: iStock/ollo

Seit einigen Wochen verhandeln Arbeitgebervertreter und Gewerkschaften über einen neuen Tarifvertrag für die rund 170.000 Innendienst-Angestellten der Versicherungsbranche. Bislang liegen Forderung und Angebot aber noch weit auseinander. So weit, dass die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) nun zu ersten Warnstreiks aufgerufen hat, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.

So kam es bereits am Montag zu ersten Arbeitsniederlegungen in Stuttgart. Daran beteiligt waren, laut ver.di, knapp 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der örtlichen Niederlassungen von unter anderem Sparkassenversicherung, R+V und der Stuttgarter Versicherung. Gestern ging es in Karlsruhe weiter, wo etwa 350 Beschäftigte der Allianz und Württembergischen in den Warnstreik traten.

Martina Grundler, ver.di-Fachgruppenleiterin für Versicherungen, sagte heute gegenüber procontra: „Wir werden die Warnstreiks in den nächsten 14 Tagen an allen großen Versicherungs-Standorten wie Köln, Düsseldorf und Hamburg fortsetzen.“ Bereits am morgigen Donnerstag soll in Düsseldorf teilweise die Arbeit niedergelegt werden.

AGV gibt sich gelassen

Auf Arbeitgeberseite nimmt man die bisherige Streikbeteiligung als gering wahr. Es sei allgemein üblich, dass Gewerkschaften vor der nächsten Verhandlungsrunde versuchten, Druck auszuüben, um das Angebot der Arbeitgeber zu erhöhen, erklärte Dr. Sebastian Hopfer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV), gegenüber procontra.

Ein sogenanntes „technisches Gespräch“ zwischen den Tarifparteien, das bereits am 15. November stattgefunden hatte, sieht der Fachanwalt für Arbeitsrecht nicht als Auslöser für die Warnstreiks. Das Gespräch sei aus Hopfners Sicht sogar konstruktiv und für beide Seiten zufriedenstellend verlaufen. Das bestätigte auch die Gewerkschaft. Bei dem Gespräch war es um die Auswahl von Themen gegangen, nicht um die Verhandlung dieser.

Hinsichtlich der aktuellen Umstände erklärte Hopfner: „Die Mitarbeiter unserer Branche kennen die Lage der Unternehmen genau und wissen daher, dass der AGV in der zweiten Verhandlungsrunde am 30. Oktober den Gewerkschaften ein voll und ganz tragfähiges erstes Angebot unterbreitet hat. Im europäischen Branchenvergleich liegt das AGV-Angebot deutlich über dem Durchschnitt. In den meisten unserer Nachbarstaaten sowie in Italien und Spanien liegen die Tarifabschlüsse teils deutlich unter dem ersten Angebot des AGV.“

Am 29. November treffen die Tarifparteien zur nächsten Verhandlungsrunde in München aufeinander.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare