Vandalismus im Gewerbe: Welche Versicherung hilft

KMU-Schutz Versicherungen von Sebastian Wilhelm

Schaufenster zerstört, Tür mit Graffiti beschmiert, Mobiliar zertrümmert: Viele Gewerbetreibende erleiden Schäden durch Vandalismus. Welche Versicherung hilft in diesem Fall?

Vandalismus: Graffiti im Gewerbe.

Was für die einen Kunst ist, kann anderen dauerhaft das Geschäft vermiesen. Bild: iStock/Vincentguerault

Wer eine Fleischerei betreibt, muss heutzutage mit Anfeindungen von Tierrechtsaktivisten rechnen. So kommt es beispielsweise vor, dass fanatisierte Vegetarier die Schaufenster mit Graffiti beschmieren und das Türschloss verkleben. Für den betroffenen Fleischer bedeutet das nicht nur eine Betriebsunterbrechung mit Umsatzeinbußen, da das Türschloss zunächst ausgetauscht werden muss. Auch die Kosten für die Wiederherstellung des Ursprungszustands können an ihm hängen bleiben – und leicht vierstellige Beträge ausmachen.

So erging es auch einigen Gewerbetreibenden 2016 in Leipzig, die von Rechtsradikalen heimgesucht wurden. Der Mob schlug Schaufenster ein und Mobiliar kurz und klein, zündete Pyrotechnik in den Ladengeschäften und klaute, was ihm wertvoll und gut transportabel erschien. Bei Weitem nicht alle Opfer waren gegen solche Schäden versichert.

Allerdings ist die Frage, welche Versicherung eigentlich für solche Fälle zuständig ist, gar nicht einfach zu beantworten. Sofern das Gebäude inklusive Fenstern und Türen betroffen ist – wie bei den häufigen Graffiti-Schäden –, ist im Prinzip die Gebäudeversicherung zuständig. In der Regel läuft die über den Vermieter oder die Hausverwaltung. Verlassen können sich Gewerbetreibende auf eine Kostenerstattung aber nicht, denn oftmals ist in den gewerblichen Mietverträgen eine Haftung des Mieters für Schäden an der Mietsache festgeschrieben.

Allgefahren-Deckung ist sicherste Variante

Auf Nummer sicher gehen Gewerbetreibende wie Fleischer, Bäcker oder Konditoren mit einer Glasversicherung. Allerdings deckt auch sie nur einen Ausschnitt des Vandalismusrisikos ab. Das Gleiche gilt für ältere Betriebsinhaltsversicherungen, die häufig nur dann leisten, wenn der Vandalismus im Zusammenhang mit Einbruch-Diebstahl verübt wurde. Makler sollten im Sinne ihrer Gewerbekunden prüfen, wie dieser Punkt in deren Policen geregelt ist.

Soll das gesamte Betriebsinventar ebenso wie die unbeweglichen (Gebäude-)Teile des Ladengeschäfts gegen Vandalismus abgesichert werden, empfiehlt sich eine Allgefahren-Deckung, die auch „mutwillige Zerstörung“ beinhaltet. Einige Versicherer auf dem deutschen Markt bieten einen solchen „Extended Coverage“-Schutz speziell für kleinere Gewerbebetriebe an.

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