Thomas Cook-Pleite: Entschädigungsplan steht, aber...

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Kunden des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook sollen ihr Geld bald zurückerhalten. Wie viel es sein wird, konnte der Versicherer Zurich aber noch nicht beziffern. Aufgrund der geringen Versicherungssumme drohen heftige Einbußen.

Kunden erhalten weniger als die Hälfte ihres Geldes zurück

Die von der Pleite des Reisekonzerns Thomas Cook betroffenen Urlauber werden aller Voraussicht nach weniger als die Hälfte ihres Geldes zurückerhalten. Bild: Pixabay

Jetzt hat zumindest das Warten mehr oder weniger ein Ende. Denn die von der Pleite des deutschen Reiseveranstalters Thomas Cook betroffenen Feriengäste sollen ab Dezember entschädigt werden. Das berichtet die dpa unter Berufung auf die Aussagen eines Sprechers von Zurich Deutschland.

Die Zurich ist der Versicherer hinter dem Sicherungsschein für Pauschalreisen, auf den geschädigten Urlauber nun ihre Ansprüche aufgrund der Insolvenz stützen. Allerdings ist der Schutz auf insgesamt 110 Millionen Euro gedeckelt – was bereits für einige Kritik gesorgt hat. Denn die tatsächlichen Forderungen der Kunden dürften schätzungsweise das Drei- bis Vierfache betragen.

Warten auf die Quote

Wie hoch sie genau ausfallen, steht aktuell noch nicht fest. Deshalb kann bislang auch nur der Dezember als Monat der Auszahlungen genannt werden, jedoch nicht der Anteil, den die Urlauber von ihrem verlorenen Geld erhalten werden. „Die Gesamtschadenssumme und somit die Schadensquote können noch nicht zuverlässig berechnet werden", wird Zurich Deutschland-Sprecher Bernd Engelien zitiert.

Bislang wurde dem Versicherer ein Schadenvolumen in Höhe von 250 Millionen Euro gemeldet. Der Anteil der Entschädigung für die Kunden bemisst sich nach dem Verhältnis der Versicherungssumme zum Schadenvolumen. Somit dürfen die Thomas Cook-Kunden bereits jetzt mit weniger als 50 Prozent Entschädigung rechnen.

Nach der Pleite des britischen Reisekonzern Thomas Cook am 23. September hatte zwei Tage später auch dessen deutscher Ableger Insolvenz anmelden müssen. Zu diesem Zeitpunkt waren etwa 140.000 deutsche Reisende unterwegs. Für sie allein sollen bereits über 80 Millionen Euro an Rückholkosten angefallen sein. Zu ihnen kommen noch solche Kunden, die noch nicht in den Urlaub gestartet waren, ihre Reise aber schon an- oder voll gezahlt hatten.

Neben der Insolvenz des Reiseveranstalters gibt es für Urlauber noch zahlreiche andere Risiken, die ihnen die Ferien verhageln können. Anders als bei der Pleite können sie sich gegen diese Risiken aber selbst umfassend absichern. Tipps für Vermittler zur korrekten Reiseschutz-Beratung liefert dieses profino-Webinar.

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