„Ruhestandsplanung frühzeitig beginnen“

Berater Zielgruppenansprache von Stefan Terliesner

Der Ruhestandsplaner Siegfried Reitberger über notwendiges Finanzwissen und sein Netzwerk aus Experten, wenn es um Steuerfragen geht.

Siegfried Reitberger Ruhestandsplanung Rente

Wer sich auf Ruhestandsplanung spezialisieren will, braucht ein Netzwerk mit Steuer- und Rechtsberatern, weiß Siegfried Reitberger. Bild: Reitberger

procontra: Warum sind Sie Ruhestandsplaner geworden?

Siegfried Reitberger: Weil es mich bewegt, Menschen, in ihrer finanziellen Situation, zu begleiten und zu betreuen, damit sie bis ins hohe Alter finanziell frei leben können.

procontra: Was sind typische Kunden von Ihnen?

Reitberger: Grundvoraussetzung ist zunächst einmal, dass Menschen überhaupt bereit sind, sich mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen und bereit sind gemeinsam mit einem Berater einen Finanzplan zu erstellen. Immer wieder treffe ich auch auf Menschen, die bereits kurz vor der Rente stehen und erfahren möchten ob ihr vorhandenes Vermögen überhaupt ausreicht, um sich alle Wünsche im Ruhestand erfüllen zu können. Besser ist es, frühzeitig mit der Ruhestandsplanung zu beginnen.

procontra: Wie viele Kunden haben Sie?

Reitberger: Die Bamberger Ruhestandsplanung betreut über 600 Klienten mit über 40 Millionen Anlagevermögen.

procontra: Über welches Wissen müssen Ruhestandsplaner verfügen und wie weisen Sie es nach?

Reitberger: Sie benötigen ein sehr umfangreiches Wissen in den Bereichen, Betriebswirtschaft, Finanzen, Investment und Finanzanlageprodukte. Dazu ist ein großes Netzwerk von Experten aus diesen Bereichen wichtig, damit richtige Finanzentscheidungen getroffen werden können. Ein Ruhestandsplaner muss über die §§ 34c, d und f der Gewerbeordnung verfügen.

procontra: Eine Zulassung als Ruhestandsplaner gibt es also nicht?

Reitberger: Nein. Aber der Bundesverband der Ruhestandsplaner Deutschland vergibt ein Zertifikat. Dafür müssen sich die Mitglieder strengen Prüfungen unterwerfen und die Beratungsstandards des Verbandes befolgen. Vorgeschrieben sind auch die Teilnahme an regelmäßigen Fachschulungen zur Arbeitsweise des Ruhestandsplaners.

procontra: Ist Ruhestandsplanung gleichzusetzen mit ganzheitlicher Finanzberatung?

Reitberger: Ja. Bei der Ruhestandsplanung werden alle privaten, beruflichen und finanziellen Aspekte berücksichtigt. Die persönliche Situation und auch das politische und wirtschaftliche Umfeld verändert sich ständig. Daher sollte die Ruhestandsplanung jährlich aktualisiert und angepasst werden. Dabei ist eine ganzheitliche Sichtweise immens?wichtig, damit man im Alter keine bösen Überraschungen erlebt.

procontra: Bei vermögenden Kunden sind oft komplizierte Steuerfragen zu behandeln. Stößt Ruhestandsplanung dann an ihre Grenze?

Reitberger: Ein Ruhestandsplaner darf keine steuerlichen Auskünfte geben. Hierfür haben wir Spezialisten, an die wir die Mandanten weiterleiten.

procontra: Wie sieht die Zusammenarbeit mit Steuer- und Rechtsexperten in der Praxis aus?

Reitberger: Wir informieren unsere Mandanten über alle relevanten Aspekte, die irgendwann auf sie zukommen können. Auf konkrete steuerliche Auswirkungen weisen wir dabei nur im Rahmen unserer Kompetenz hin. Immer wenn es komplizierter wird, greifen wir auf unser Experten-Netzwerk zurück. Bei Eintritt in den Ruhestand setzen wir uns bei Bedarf mit unseren Mandanten und deren persönlichen Steuerberatern oder Rechtsberatern zusammen an einen Tisch. Hat der Mandant hier niemanden würden wir wieder unser Netzwerk einschalten.

Hinweis: Das Interview erschien zuerst mit Zusatzmaterial in der Printausgabe der procontra.

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