MVP: Manuelle Datenpflege als Alarmsignal

Berater Digital

Datenpflege und Prozessoptimierung stehen ganz oben auf der Agenda von Maklern. Eine aktuelle Studie zeigt auf, wo Hemmschuhe auf dem Weg zum digitalen Maklerbüro stecken und welche Versicherer mit ihren Angeboten überzeugen.

MVP-Nutzung manuelle Datenpflege ein Alarmsignal

Datenclearing wird in Maklerbüros oft manuell betrieben. Ein Alarmsignal, findet Friedel Rohde, Geschäftsführer der dvb. Bild: dvb

„Der Maklermarkt kommt nicht zur Ruhe, gerade in diesen Tagen tobt ein regelrechter Kampf um Marktanteile und insbesondere IT-Kapazitäten. „Wir wollten daher von den Maklern wissen, ob das Bewusstsein um den wertvollen Rohstoff Daten vorhanden ist und wie es um die Bemühungen um die eigene Datenqualität und Prozessintegration im MVP-System steht“, fasst Friedel Rohde, Geschäftsführer der dvb einen Schwerpunkt in der Untersuchung zusammen. „Dabei haben wir eine deutlich höhere Forderung nach Prozessoptimierung auf Seiten der Makler feststellen können. Allerdings gibt es teilweise erheblichen Nachholbedarf, sowohl auf Seiten der MVP-Systeme als auch bei der Digitalisierungskompetenz einzelner Kollegen“, ergänzt Rohde.

Befragt für die Studie wurden Makler, die eine für den Versicherer sehr relevante Zielgruppe darstellen: Trotz teilweiser Nutzung von Poolanbindungen legen diese größten Wert auf die eigene Unabhängigkeit, was insbesondere durch Nutzung eigener MVP-Systeme deutlich wird. Die Fragestellungen bezogen sich darauf, welche (technischen) Services der Versicherer für diese Zielgruppe anbieten muss, um sich als Produktpartner erfolgreich für rentables Direktgeschäft zu platzieren.

MVP: Wechselbereitschaft kaum vorhanden

Verarbeitet werden die Services im Maklerverwaltungssystem. Die Makler bewerten ihre MVP-Systeme auch heute zu einem großen Anteil positiv, 86 % schließen einen Wechsel des eingesetzten Systems kategorisch aus. Die Nutzer von selbst entwickelten MVP-Systemen stoßen jedoch an die Grenzen des technisch Machbaren und zeigen eine höhere Wechselbereitschaft.

Auch bei MVP-Systemen konventioneller Hersteller mehren sich die Stimmen unzufriedener Nutzer. Die Probleme der Datenqualität und Prozessunterstützung sind der Hemmschuh in der Verwirklichung des digitalen Maklerbüros. Und wenn die prozessuale Unterstützung des Versicherers hinter dem Marktstandard zurückhängt, sind 80% zu einem Austausch des Produktpartners bereit.

„Für die Versicherer muss es jetzt dringlichstes Ziel sein, die eigene Servicequalität sowohl im fachlichen und technischen Bereich als gut orchestriertes Gesamtpaket beim Makler erlebbar zu machen,“ kommentiert Henning Plagemann als Mitglied des Beirats die zunehmende Prozessorientierung der Makler. „In Zeiten von nahezu identischen Produkteigenschaften und hoher Transparenz durch die Vergleicher ist das ein wirksamer Hebel, sich in der Maklergunst erfolgreich zu positionieren. Auch wenn die Erlebbarkeit dieser Services mit dem vom Makler eingesetzten MVP-System steht und fällt, muss der Maklervertrieb dem Makler die Möglichkeiten eines digitalen Maklerbüros und die zur Verfügung stehenden Prozessunterstützungen aufzeigen. Das dürfte derzeit die größte Herausforderung in der Maklerbetreuung sein“, ergänzt Plagemann.

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