Metzger & Bäcker: Das sind die größten Risiken

KMU-Schutz Berater von Johannes Gulden

Wer mit Lebensmitteln arbeitet, hat viele Risiken zu schultern. Makler können hier punkten – wenn sie über die Nöte und Probleme dieser Zielgruppen Bescheid wissen.

Anschaffungskosten absichern.

Um Maschinen und Geräte anzuschaffen, muss investiert werden. Und solche teuren Investitionen sollten abgesichert werden. Bild: iStock/vuk8691

Wer an eine Backstube oder Metzgerei denkt, sollte nicht nur die saftigen Schnitzel und fluffige Croissants vor Augen haben, sondern auch die zahlreichen Risiken, denen Metzger und Bäcker ausgesetzt sind. Mit einer fundierten Risikoanalyse bieten sich Maklern zahlreiche Beratungsansätze bei diesen Zielgruppen.

Wer eine Metzgerei oder Bäckerei eröffnen will, muss in der Regel erst einmal tief in die Tasche greifen: Metzger müssen für Kühlzellen und -theken, Verpackungsmaschinen, Kutter (eine Maschine, mit der sich Fleisch zerkleinern und mit anderen Lebensmitteln vermischen lässt) und Füllmaschinen gut und gerne bis zu 100.000 Euro investieren. Bäcker haben Teigpressen, Rührmaschinen, Gärschränke und Öfen auf ihrer Anschaffungsliste stehen – selbst, wenn es sich um kleinere Betriebe handelt. Große Bäckereiketten mit bis zu über 500 Filialen backen derweil mehrere 100.000 Brötchen am Tag – entsprechend groß und kostspielig sind die hierfür notwendigen Maschinen.

Diese gilt es entsprechend abzusichern, genauso wie die sie umgebenden Räumlichkeiten. Denn Rohrbrüche oder Fettbrände können nicht nur die teuren Maschinen bzw. die Metzgerei/Bäckerei an sich beschädigen, sondern auch zu einem längeren Betriebsausfall führen. Hinzu kommt im lebensmittelverarbeitenden Gewerbe die Seuchengefahr:

Betriebsschließungsversicherung ansprechen

Wer beruflich Umgang mit Lebensmitteln hat, muss bei der Hygiene höchste Standards erfüllen. Doch die Zahl der Gesundheitsrisiken ist hoch und für den Betrieb nicht immer zu kontrollieren: So zählte das Robert-Koch-Institut 2018 insgesamt 13.529 Salmonellose-Erkrankungen in Deutschland.

Die Gesundheitsämter greifen in der Regel hart durch – selbst, wenn nur ein Verdacht besteht. Das Infektionsschutzgesetz räumt den Gesundheitsbehörden hierbei weitreichende Befugnisse ein, die nicht selten eine Betriebsschließung einschließen. Sollte sich diese über mehrere Wochen hinziehen, kann das vor allem für kleinere Bäckerei- oder Fleischereibetriebe existenzbedrohend werden. Neben fortlaufenden Zahlungen für Miete und Löhne können auch die Kosten für die Desinfizierung des Betriebs schnell in die Zehntausende gehen. Hinzu kommt der finanzielle Aufwand für die behördlich angeordnete Vernichtung aller Waren. Makler sollten ihre Kunden entsprechend nicht nur auf eine Betriebsunterbrechungs-, sondern auch eine Betriebsschließungsversicherung ansprechen.

Im Umgang mit den Kunden kann es zudem durch Unachtsamkeiten und Fehler zu schweren Sach- oder Personenschäden kommen. Leicht kann es in der Backstube passieren, dass beim Öffnen eines Mehlsacks eine Stahlkrampe ins Mehl gerät, eingebacken und später vom Kunden gegessen wird.

Eine hohe Arztrechnung droht auch, wenn ein Kunde aufgrund von Verunreinigungen im Geschäft, beispielsweise ausgelaufenem Speiseöl oder einem heruntergefallenen Stück Kuchen, ausrutscht, stürzt und sich hierbei verletzt. Gegen solche Vorfälle sollten Bäcker und Metzger sich entsprechend mit einer Betriebshaftpflichtversicherung absichern.

Makler sollten dabei auch das Thema Umweltschäden zur Sprache bringen. Ein kaputter Heizöltank oder ein defekter Fettabschneider können zu schwerwiegenden Umweltschäden führen und für Bäcker und Metzger entsprechend kostspielig werden. Umso wichtiger ist es folglich, dass sie im Versicherungsschutz mitinbegriffen sind.

Handwerk wird digital

Auch wenn es sich bei Bäckereien und Schlachtereien um traditionelles Handwerk handelt, sollten Makler das Thema Cyber-Risiken zur Sprache bringen. Ob Kassen, Gerätesteuerung oder Fernwartung – auch im Handwerk hält die Digitalisierung immer stärker Einzug, entsprechend steigen hier die Risiken. Schon heute berichten Bäckereien davon, wie Malware-Programme ihre gesamten Kassensysteme lahmlegten. Zudem gilt auch für Bäckereien und Metzgereien die DSGVO, die einen sicheren Umgang mit den Kundendaten vorschreibt. Verstöße hiergegen stellen für die Betriebe ein hohes Vermögensschadenshaftpflichtrisiko dar.

Interessant sind für Makler zudem die Veränderungen im Bäckerei- wie Metzgerei-Gewerbe. Bei den Bäckereien ist beispielsweise ein Schwund selbstständiger Handwerks-Bäckereien feststellbar, während Filial-Bäckereien zunehmen. Hier wird nur noch verkauft, nicht mehr gebacken. Die Teigrohlinge bzw. fertigen Kuchen werden aus der zentralen Backstube angeliefert – Makler können hier unter Umständen eine Flottenversicherung zur Sprache bringen.

Auch bei Fleischern lohnt es sich, aktuelle Trends und Veränderungen anzusprechen: So haben viele Metzger sich mit Cateringservices oder einem mobilen Imbissstand weitere Standbeine geschaffen. Für den Metzger entstehen somit neue Risiken, die Makler bei der Absicherung ihrer Kunden im Blick haben sollten.

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