Makler Know-how: Welche Branchen benötigen eine Vermögensschaden-Haftpflicht?

KMU-Schutz Berater von Stefan Terliesner

Schadensfälle und behördliche Anordnungen können zum totalen Einnahmeausfall führen. Ausreichend Schutz bieten nur zur Zielgruppe passende Versicherungen.

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"Wer Dritten einen Schaden zufügt, haftet." Dieses Prinzip gilt auch im Gewerbebereich. 4 aktuelle Schadenbeispiele aus der Lebensmittelbranche zur Kundenansprache. Bild: shutterstock.com

Zu dieser Zielgruppe haben die meisten Versicherungsmakler mindestens einmal, häufig sogar mehrmals die Woche Kontakt: Lebensmittelhandwerker, also Bäcker, Konditoren und Metzger. Vielleicht ergibt sich bei der Gelegenheit ja mal ein Gespräch über die zahlreichen Gefahren, denen die jeweiligen Betriebe ausgesetzt sind. Ein Brand, ein Rohrbruch oder erhebliche Hygienemängel können zur Schließung von Produktions- und Verkaufsstätten führen. Dann erzielt der betroffene Handwerker-Unternehmer möglicherweise monatelang keine Einnahmen mehr, während seine Kosten für Löhne, Kredite und Mieten gnadenlos weiter anfallen. Finanziellen Schutz bieten in solchen Fällen nur passende Versicherungen.

Risiko Betriebsschließung wird unterschätzt

Die Liste an möglichen Gefahren ist lang. Zumindest einen Einblick in mögliche Fälle und Schadenshöhen geben die vier Beispiele am Ende dieses Artikels. Generell spielen zum Beispiel für eine Bäckerei Brandgefahren, Naturgewalten und das Risiko der Betriebsschließung wegen Seuchengefahr im Bäckerhandwerk eine wichtige Rolle. Damit gehören neben der allgegenwärtigen Haftpflicht insbesondere Betriebsunterbrechung und -schließung zu den existenziellen Risiken. Versicherungsfachleute weisen darauf hin, dass viele Betriebe zwar Sachwerte absichern, nicht aber die oft sehr viel höherer Schäden, wenn nach einem Ereignis der Betrieb stillsteht.

Mitunter bleiben Kunden aus, weil der Zugang zum Verkaufsraum durch eine Baustelle erschwert wird. Was viele nicht wissen: Auch dieses Risiko lässt sich mittlerweile versichern. Die auf Handwerker spezialisierte Signal Iduna hat als erster Versicherer in Deutschland einen entsprechenden Baustein im Angebot. Und nicht zuletzt werden für Handwerksbetriebe zunehmend Cyberrisiken relevant. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Hacker digital gesteuerte Produktionsanlagen stilllegen. Auch dieses Risiko wird von vielen Bäckern, Konditoren und Metzgern unterschätzt.

Betriebe sollten Folge abschätzen

Daher ist eine Gefahrenanalyse und finanzielle Folgenabschätzung für jeden Lebensmittelhandwerker unerlässlich. Es sollte akribisch geprüft werden, was alles schieflaufen kann, mit welcher Wahrscheinlichkeit welche Schadenfall eintreten kann und wie hoch mögliche Schäden samt Folgekosten anzusetzen sind. Auf den Prüfstand gehören nicht nur Betriebsgebäude samt Einrichtung, Technik und Vorräte, sondern auch potenzielle Unfallquellen, denen Kunden zum Opfer fallen könnten.

Ein kritischer Blick – mitunter unter Zuhilfenahme eines Experten – offenbart mitunter Ausrutschgefahren, unsicherer Elektroinstallationen, Wartungsmängel oder Bedienungsfehler. Mit entsprechenden Gegenmaßnahmen könnten Schäden im Vorfeld vermieden werden. Als Eigentümer seiner Betriebsgebäude muss ein Bäcker, Konditor oder Fleischer auch für Schäden durch herabfallende Dachziegel und umstürzende Bäume aufkommen. Und nicht zuletzt sollte auch stets die Deckungshöhe des Versicherungsschutzes zum Umsatz passen. Es gibt zwar tendenziell immer weniger Betriebe, aber der Erlös der verbliebenen Betriebe wächst häufig. Ob der vorhandene Versicherungsschutz zur aktuellen Lage passt, wäre zu ermitteln.

Rundumschutz in einem Deckungskonzept

Bereits diese Ausführungen zeigen, dass es aus Sicht eines Handwerker-Unternehmers eine Fülle an Aspekten zu beachten gibt. Analysen von Versicherern haben ergeben, dass die aufwändige Bedarfsermittlung und die komplizierte Beitragskalkulation für die Absicherung des eigenen Gewerbes eine der meist genannten Klagen der Zielgruppe war. Es geht aber auch einfach: Neue Produkte wie „Meisterstück“ von Signal Iduna sind flexibel zu handhaben. So entfällt beispielsweise die aufwändige Wertermittlung, um den Versicherungsbeitrag zu ermitteln. Es genügt eine jährliche Umsatzmeldung, wodurch sich das Risiko der Unterversicherung minimiert. Ohnehin ist das Produkt modular aufgebaut. Bausteine wie Inhalts-, Betriebsunterbrechung-, Betriebsschließung- oder Cyber-Versicherung können je nach Betriebsgröße und individuellem Bedarf in einem Deckungskonzept gezielt abgeschlossen werden.

Aktuelle Schadensbeispiele aus dem Lebensmittelhandwerk

 

  • Verkehrssicherungspflicht: Im Eingangs- und Thekenbereichs einer Fleischerei rutscht aufgrund von hereingetragener Nässe ein Kunde aus und erleidet einen Oberschenkelhalsbruch. Der Fleischer haftet für den Personenschaden, trägt die Kosten für den Arztbesuch und – falls nötig – einer Operation. Da der verletzte Kunde Inhaber eines kleinen Handwerksbetriebes ist, fallen neben Reha-Kosten auch Gewinnausfall- und Ersatzkraftkosten an. Schaden insgesamt: rund 7.500 Euro.
  • Maschinenausfall: In einer Bäckerei fällt die Teigteil- und Wirkmaschine Fortuna für die Brötchenproduktion aus. Eine Stange ist gebrochen, auch der Verkauf ist nur noch eingeschränkt möglich. Die Reparatur mit Materialbeschaffung und Arbeitsaufwand benötigt mehrere Tage und kostet 600 Euro. Die Bäckerei muss zudem einen Umsatzausfall von rund 3.500 Euro verkraften.
  • Betriebshaftpflicht: In einer Konditorei hat eine Angestellte vergessen, ein Backwerk bezüglich der Inhaltsstoffe richtig zu kennzeichnen. Ein Kunde, der Nussallergiker ist, muss nach dem Verzehr des Kuchens in ärztliche Behandlung. Neben der Arztrechnung fordert der Kunde auch Schmerzensgeld, insgesamt stehen 2.800 Euro zu Buche. Zudem ist ein Imageschaden für die Konditorei entstanden.
  • Betriebsschließung: Eine Bäckerei liefert für ein Fest Kuchen und Gebäck, leider wurde die Kühlkette nicht eingehalten. Nach dem Verzehr erkranken Gäste, es wird ein Salmonellenbefall festgestellt. Das Gesundheitsamt schließt den Betrieb für mehrere Wochen. Bereits gefertigte und in der Produktion befindliche Waren müssen vernichtet und Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt werden. Es entsteht ein Umsatz- und Imageverlust in Höhe von 58.000 Euro.
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