Kunstraub in Dresden: Haftet nun der Staat?

profino Panorama Top News von Michael Fiedler

Der größte Kunstraub der deutschen Nachkriegsgeschichte könnte den Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Bei dem Einbruch ins „Grüne Gewölbe“ greift die Staatshaftung. Welche Motive Experten hinter dem Raub vermuten.

Das Residenzschloss in Dresden mit dem Grünen Gewölbe ist nach dem Einbruch abgesperrt. Bild: picture alliance/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Der Einbruch in das „Grüne Gewölbe“ der staatlichen Kunstsammlungen im Dresdner Residenzschloss ist wohl der größte Kunstraub der deutschen Nachkriegsgeschichte. Das genaue Schadensausmaß auch ist auch einen Tag nach dem Einbruch am Montagmorgen noch nicht abzusehen.

Bisher steht fest, dass rund 100 Objekte aus der Sammlung von Kurfürst August dem Starken (1670 – 1733) entwendet wurden. Dabei handelt es sich bisherigen Erkenntnissen zufolge, vor allem um Brillant- und Diamant-Garnituren. Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann, betonte, dass sich die Dimension des Desasters nicht in Geld messen lasse. Es handle sich vielmehr um eine „kulturhistorische Katastrophe“.

Solche Werte können kaum versichert werden. Im Fall von Dresden greift die Staatshaftung – heißt: der Steuerzahler. Bundes- oder Landesmuseen fallen in Deutschland unter die Staatshaftung.

Kunstschätze dieser Art seien praktisch unverkäuflich, sagen Experten. Es gibt keinen Käufermarkt. Deshalb wird vermutet, dass die Täter möglicherweise auch versuchen könnten, Lösegeld zu erpressen.
Solche Erpressungen sind bei Spezial-Versicherungen wie sie etwa Hiscox oder neuerdings auch Generali anbieten, mitversichert.

profino-Hinweis:

Am 18. November stellte Hiscox auf profino den Relaunch der "Haus & Kunst" vor. Der Anbieter versichert auch Museen und Galerien und zählt bei Lösegeldversicherungen zu den Marktführern in Deutschland.

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