IT-Prozesse: Wo Makler kurz angebunden sind

Digital Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Eine neue Studie verweist auf Mängel beim elektronischen Datenaustausch der Versicherer mit Maklern. Zugleich zeichnete eine Expertenjury die Gesellschaften mit der besten technischen Unterstützung der Makler aus. Die Gewinner und ihr Know-how.

Kein Anschluss oder Glasfaser? Wie bewerten Makler das Extranet von Versicherern?

Kein Anschluss oder Glasfaser? Wie bewerten Makler das Extranet von Versicherern? Bild: iStock/nicomenijes

Der Druck zum effizienten Datenaustausch wächst, weil Makler über die Digitalisierung der Prozesse Freiräume für mehr Beratungszeit gewinnen müssen, um bei wachsender Regulierung betriebswirtschaftlich bestehen zu können. Doch die Unterstützung der Versicherer ist vielen Maklern zu kompliziert oder unzureichend. Daher hat das Branchen-Informationsportal deutsche-versicherungsboerse.de (dvb) im Rahmen seines Makler-Audits 2019 „IT-Prozesse im Maklerunternehmen: Vertrieb, Administration, Technik“ die technische Anbindung der Versicherer bewertet (procontra berichtete) und für die Besten Awards vergeben.

„Dabei haben wir primär die BiPRO-Normen als Grundlage verwendet, um den aktuellen Stand der technischen Kommunikation mit den Systemen des Maklers zu ermitteln“, sagt Friedel Rohde, Geschäftsführer der dvb. Auch proprietäre Schnittstellen seien berücksichtigt worden, „sofern sie in ihrer Funktionalität mit einer bestehenden BiPRO-Norm vergleichbar sind“. Insgesamt 22 Versicherer hatten sich diesmal für den Award beworben.

Um zu belastbaren Ergebnissen zu kommen, hatte die dvb einen siebenköpfigen Beirat mit der Auswertung beauftragt, dem neben Rohde IT-Experten, der stellvertretende BiPRO-Präsident Manuel Reimer und ein Versicherungsmakler angehörten. Die Bewertung der Versicherer setzt sich aus zwei Teilen zusammen - den Angaben der Versicherer (zu 90 Prozent) und einer Maklerumfrage zu den Extranets der Versicherer (10 Prozent).

Wie die Anbindung bewertet wurde

Dabei wurden diese Themenbereiche abgefragt:

  • Authentifizierung (4 Prozent)
  • Externe Navigation in Extranets (5 Prozent)
  • Übertragung von Daten und Dokumenten (24 Prozent)
  • BiPRO-Schnittstellen für Bestandsprozesse (24 Prozent)
  • TAA-Prozess (14 Prozent)
  • MVP-Anbindungen (24 Prozent)
  • Teilnahme an den Digitalisierungsoffensiven (DIO) der BiPRO (5 Prozent).

„Die sehr guten und teilweise sehr dicht beieinander liegenden Ergebnisse haben uns dazu bewogen, anstelle einer Einzelplatzierung die Kategorien Gold, Silber und Bronze zu vergeben“, erklärt Rohde die neue Methodik. Erfolgreichen BiPRO-Implementierungen verdienten nicht nur die entsprechende Würdigung, sondern sollen insbesondere den Maklern deutlich machen, wie gut und verbreitet die prozessuale Unterstützung mittlerweile vorangeschritten ist. Der Beirat vergab entsprechende Punkte und hat die Ergebnisse abschließend gewichtet (Prozentangabe in Klammern).

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