GroKo: 5 Vorschläge, die Altersvorsorge stärken (sollen)

Versicherungen Top News von Michael Fiedler

Die private Altersvorsorge soll laut GroKo gestärkt werden. Nun drängen Versicherer, Fondsgesellschaften und Bausparkassen auf Umsetzung.

5 Vorschläge, die Altersvorsorge besser machen sollen

Der Verband der Privaten Bausparkassen, der BVI und GDV haben 5 Vorschläge gemacht, mit denen Altersvorsorge in Deutschland gestärkt werden soll. Bild: Adobe Stock/Proxima Studio

In Niedrigzinszeiten kommt der Altersvorsorge eine besondere Rolle zu. Das weiß eigentlich auch die Bundesregierung, die immerhin in Sachen Grundrente eine Einigung erzielte. Das allein wird allerdings nicht ausreichen, um Altersarmut wirksam zu bekämpfen.

Zudem sieht der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD eine Stärkung der zusätzlichen privaten Altersvorsorge vorgesehen. Dazu wollte die Bundesregierung den Dialog mit der Privatwirtschaft suchen, hieß es im Koalitionsvertrag. Doch geschehen ist bisher nichts.

Nun drängen die Verbände von Versicherern (GDV), Fondsgesellschaften (BVI) und Bausparkassen darauf, diesen angekündigten Dialog endlich auch zu suchen und zu gemeinsamen Gesprächen einzuladen.

Eine „Gesprächsgrundlage“ haben die Verbände gleich mitgeliefert. Die enthält nicht nur einen 5-Punkte-Plan (siehe unten), sondern auch Kritik an Vorschlägen wie der „Extrarente“ oder der „Deutschland-Rente“. Diese Vorschläge würden einen risikobehafteten Systemwechsel bedeuten und würden zudem ignorieren, dass 70 Prozent der Arbeitnehmer bereits mit Riester-Verträgen (Versicherungen, Investmentfonds, Wohn-Riester, Banksparpläne) oder betrieblicher Altersversorgung vorsorgen und auf die Nachhaltigkeit dieser Altersvorsorgesysteme vertrauen.

5 Vorschläge für eine bessere Altersvorsorge

 

  1. Ausgestaltung von Standardprodukten:
    Standardisierte Riester-Produkte sollten als einfache Basisprodukte die mittlerweile sehr vielfältig geratene Produktlandschaft ergänzen. Die Standardprodukte sollten auf die Kerneigenschaften einer ergänzenden Alterssicherung reduziert werden. Damit könnten sie einfacher beraten und digital umgesetzt werden. Beratungsintensive und komplizierte Wahlentscheidungen der Kunden sollen entfallen.
  2. Förderung transparenter gestalten:
    Schon heute werden im Mittel auf jeden eingezahlten Euro 50 Cent an Zulagen gewährt. Diese Förderquote sollte für alle Kunden garantiert werden. Die aus Bürgersicht in ihren Wirkungen nur schwer durchschaubare heutige Fördersystematik wäre leichter verständlich und auf einen Blick erkennbar sehr attraktiv. Für Geringverdiener und Familien blieben Grund- und Kinderzulagen erhalten.
  3. Erweiterung des förderberechtigten Personenkreises:
    Die komplexe Abgrenzung der förderberechtigten Personenkreise sollte komplett entfallen zu Gunsten einer Förderbarkeit aller unbeschränkt Steuerpflichtigen in Deutschland. Dazu gehören insbesondere auch Selbstständige.
  4. Beitragsgarantie lockern:
    Die heutige Zusage der 100 %-Garantie der Brutto-Beiträge erschwert eine chancenreiche Kapitalanlage. Es ist daher erforderlich, die gesetzlich vorgeschriebene Garantie passend zu den aktuellen Kapitalmärkten neu zu justieren, ohne die Sicherheitsbedürfnisse der Kunden aufzugeben. Insbesondere Standardprodukte müssen Kunden auch bei gelockerten Garantien weiter ein ausreichendes Maß an Sicherheit garantieren.
  5. Zulageverfahren automatisieren:
    Statt der Zulagenbeantragung sollte eine automatisierte Meldung der Höhe der eingegangenen Beiträge durch die Anbieter automatisch innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Beitragsjahres an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) erfolgen. Die ZfA sollte die Voraussetzungen für die Zulagengewährung abschließend vor der Auszahlung prüfen. Mit der Umstellung kann die Zahl der Zulagenrückforderungen von gegenwärtig rund 800.000 pro Jahr um über 90 Prozent reduziert und damit erheblicher Verwaltungsaufwand gespart werden.
  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare