BDVM: Wirrwarr bei Paragraf 34 auflösen

Berater IDD Investmentfonds Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Die Aufteilung der 34f-Vermittler in unterschiedliche Kategorien hat nach Ansicht des BDVM nicht mehr Verbraucherschutz gebracht. Der Verband plädiert für ein anderes Modell.

Hans-Georg Jenssen hält Kategorisierung von 34f-Vermittler für wenig verbraucherfreundlich

Hans-Georg Jenssen (rechts), Chef Maklerverbandes BDVM, sieht die beabsichtigte Aufsicht der 34f-Vermittler durch die BaFin kritisch und will stattdessen die IHK stärken. Bild: Pohl

Für mehr Vereinfachung beim „aktuellen Berufswirrwarr aus Paragraf 34 Gewerbeordnung“ setzt sich Dr. Hans-Georg Jenssen, geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Versicherungs-Makler (BDVM), ein. „Das Auffächern in zig unterschiedliche Vermittlertypen hat nicht die erhoffte Klarheit gebracht und kann kaum als Verbraucherschutz bezeichnet werden“, sagte der Jurist auf einer Fachveranstaltung des Verbandes letzte Woche in Hamburg.

Vielfach müsste selbst Gewerbekunden bei jeder Geschäftsanbahnung immer wieder erklärt werden, was Makler im Unterschied zu anderen Vermittlertypen für den Kunden tun und auf wessen Seite sie stehen. „Der BDMV plädiert bereits seit zehn Jahren und nun erst recht für ein Modell nach österreichischem Vorbild“, erklärte Jenssen. Das unterscheide ausschließlich danach, ob ein Vermittler im Lager des Kunden oder im Lager des Versicherers/Produktgebers steht.

Unabhängigkeit nicht mit Vergütung vermengen

Der Verband hatte schon früher klargestellt, dass die Verknüpfung der Vergütung mit Fragen der unabhängigen Beratung zu abstrusen Ergebnissen führt – auch im Vergleich mit anderen Berufsgruppen. Verliert etwa ein Rechtsanwalt seine Fähigkeit zur unabhängigen Beratung gegenüber seinem Mandanten, wenn nach erfolgreichem Zivilverfahren oder bei Freispruch im Strafverfahren vom jeweiligen Gegner seine Gebühren bezahlt bekommt? Ist ein Arzt nicht mehr den Interessen seines Patienten verpflichtet, wenn ihn eine Krankenkasse bezahlt?

„Die Verknüpfung der Vergütung mit der Frage der Unabhängigkeit ist deshalb aus unserer Sicht ein grundlegend falscher Ansatz“, hatte Jenssen bereits 2012 in Vorbereitung der IDD-Richtlinie gesagt. Schon damals wies der BDVM auf die Verfahrensweise in Österreich hin, wo das Versicherungsaufsichts- und Versicherungsvertragsrecht dem in Deutschland vergleichbar sind. Beim „Österreichischen Modell“ darf der Versicherungsmakler den Kunden sowohl gegen Courtage beraten und den Versicherungsvertrag vermitteln als auch diese Tätigkeiten gegen Honorar oder einer Kombination der beiden Vergütungsformen ausüben. Das diene dem Verbraucherschutz nachhaltig, weil der der Kunde die Freiheit hat, aus einer Vielzahl von Vergütungsformen zu wählen.

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