BDVM: Keine Angst vor der digitalen Schlange

Digital Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Wichtige technologische Grundfragen für Makler

Insofern müssten Makler ihre Marktbeobachtung nicht nur auf Versicherungen konzentrieren, sondern auch in eigener Sache herauszufiltern, „welche der angebotenen Insurtech-Möglichkeiten und Start-ups Nutzen stiften, um in intensiver Kooperation gemeinsam neue Geschäftsmöglichkeiten und Geschäftsfelder zu entwickeln“. Die grundsätzlichen Fragen für jeden Maklerbetrieb lauten laut BDVM:

  • Wie lässt sich durch die Automatisierung die Effizienz meiner Prozesse intern, in Richtung Kunde, aber auch zum Versicherer hin steigern und damit die Wertschöpfung erhöhen?
  • Wie und mit wem verschaffe ich mir Zugang zu relevanten Daten und wie kann ich durch deren Auswertungen neue Dienstleistungen und Produkte kreieren?
  • Welche Kooperation muss ich eingehen, um das Spektrum meiner Dienstleistungen zu erweitern?
  • Wie kommuniziere ich mit meinen Kunden und den Versicherern auf allen relevanten Kanälen?
  • Was muss ich tun, um als Berater des Vertrauens (trusted advisor) des Kunden wahrgenommen zu werden?
  • Wie kann Technologie dabei helfen, mehr Zeit beim Kunden/Anbahnung zu verbringen?
  • Wie besetze ich die Schnittstelle zum Kunden am besten und wo genau liegt die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine?
  • Wie erlange ich volle Souveränität und Deutungshoheit über alle meine Kunden und deren Vertragsdaten und wie baue ich mir einen digitalen Bestand?

Welchen Weg man als Makler gehen müsse, dafür gebe es keinen Masterplan. „Das muss man selbst ausprobieren“, so Hillegaart. „Bislang ist nicht erkennbar geworden, dass die derzeitigen Insurtechs für die BDVM-Makler eine unmittelbare Bedrohung geworden sind“, erklärte der Funk-Chef. Mittelbar allerdings werde die jeweilige Nutzung der digitalen Möglichkeiten zu Vor- oder Nachteilen im Wettbewerb führen. Der Hybrid-Makler erscheine als ein gutes Zukunftsmodell.

Insurtechs passen Geschäftsmodelle an

Auch die Insurtechs verändern ihre Geschäftsmodelle (procontra berichtete). Davon zeugen laut BDVM beispielsweise Plattformen für Gewerbeversicherungen. Firmenkunden nutzten dies vermehrt zur Information, wenden sich zum Vertragsabschluss aber meist an einen Makler, hat der BDVM beobachtet. „Gleichwohl entwickeln sich manche Plattformen inzwischen selbst in Richtung Makler oder Assekuradeur weiter“, ergänzte Dr. Hans-Georg Jenssen, geschäftsführender BDVM-Vorstand. Parallel würden auch die Versicherer selbst ihre Kernsysteme „renovieren“ und damit vielleicht in drei bis fünf Jahren technologisch auf einem besseren technologischen Stand als heute sein.

Der Blick auf die ersten acht Monate Geschäftsentwicklung 2019 zeigt bei den BDVM-Maklern, die vorwiegend im Industrie- und Gewerbegeschäft tätig sind: Fast 95 Prozent der 256 Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Gewinnsituation als gut oder befriedigend. Steigende Courtageeinnahmen melden der BDVM-Umfrage zufolge fast 55 Prozent, insbesondere in der Sachversicherung. Im Leben-Bereich dagegen hat knapp ein Drittel sinkende Courtageeinnahmen gemeldet (procontra berichtete).

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