Wildunfälle: Schäden auf neuem Rekordniveau

Versicherungen von Florian Burghardt

Weniger Unfälle, aber höhere Schadenkosten: Alle 2 Minuten kracht es auf Deutschlands Straßen zwischen Pkw und Wildtier. Der GDV gibt Verhaltenstipps für den Schadenfall und warnt vor 2 Tieren ganz besonders.

Die Gefahr für Zusammenstöße von Pkw mit Wildtieren ist vor allem im April und Mai sowie jetzt in den Herbstmonaten erhöht.

Die Gefahr für Zusammenstöße von Pkw mit Wildtieren ist vor allem im April und Mai sowie jetzt in den Herbstmonaten erhöht. Bild: GDV

Positiv ist, dass die Anzahl der registrierten Wildunfälle im Jahr 2018 zurückgegangen ist. Rund 268.000 Schäden an kaskoversicherten Pkw wurden aufgenommen. Das waren etwa 7.000 weniger als im Jahr 2017 beziehungsweise ein Rückgang um 2,5 Prozent.

Allerdings sind die Schadenzahlungen der Versicherer trotz dieses Rückgangs weiter gestiegen. Um 13 Millionen Euro beziehungsweise 1,7 Prozent kletterten die Ausgaben nach oben auf den neuen Rekordwert von 757 Millionen Euro. Von 2016 auf 2017 hatte der Anstieg allerding noch 9 Prozent betragen. Die durchschnittliche Schadenhöhe betrug 2.800 Euro. Kfz-Experten machen für diesen Trend vor allem die immer hochwertigeren Pkw-Bauteile verantwortlich, die immer häufiger zum Beispiel Sensoren enthalten, Daten messen und mit dem Internet verbunden sind.

Vorsicht vor brünftigen Hirschen

Der GDV weist darauf hin, dass aktuell wieder eine der beiden Hochphasen für Wildunfälle begonnen hat. Denn in den Monaten Oktober bis einschließlich Dezember befinden sich vor allem die Hirsche in ihrer Brunftzeit und wechseln dabei sehr aktiv die Fahrbahnseiten. Die Häufigkeit für Zusammenstöße mit den Tieren ist jetzt um etwa 10 Prozent erhöht. Im April und Mai hingegen sorgen vor allem Wildschweinrotten mit ihren Frischlingen für eine um etwa 20 Prozent erhöhte Unfallgefahr.

Zusammenstöße mit Tieren sind innerhalb der Kfz-Versicherung in der Teilkaskoversicherung enthalten. Tier ist dabei aber nicht gleich Tier. Denn während Haarwild, also zum Beispiel Rehe und Wildschweine – nahezu immer versichert sind, haben abgespeckte Tarife Zusammenstöße mit Vögeln und anderen Tieren teilweise ausgeschlossen. Es lohnt sich also ein regelmäßiger Check der Bedingungen.

Die 6 Schritte bei einem Wildunfall

Ist es zu einem Schaden mit Wild gekommen, so empfiehlt der GDV das Vorgehen in den 6 folgenden Schritten:

  1. Unfallstelle sichern: Warnblinklicht einschalten, Warndreieck aufstellen.

  2. Die Polizei benachrichtigen.

  3. Ein verletztes oder getötetes Tier möglichst nicht anfassen. Das Bergen des Tieres ist Aufgabe des Försters oder Jagdpächters.

  4. Fotos vom Unfallort, vom Tier und vom Fahrzeug machen. Das ist hilfreich für eine schnelle Schadenbearbeitung.

  5. Eine Wildunfallbescheinigung von Polizei, Förster oder Jagdpächter ausstellen lassen.

  6. Den Versicherer anrufen, bevor die Wildspuren beseitigt sind oder das Fahrzeug repariert, verschrottet oder verkauft wird.
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