Tarifrunde Innendienst: Forderung „deutlichst zu hoch“

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Arbeitgeberseite machte den Gewerkschaften (ver.di, DHV und DBV) ein Angebot, das fünf Monate ohne Tariferhöhung vorsieht (der bisherige Tarifvertrag endete zum 31. August 2019). Zum 01. Februar 2020 sollen die Tarifgehälter dann (einschließlich Tätigkeits- und Verantwortungszulagen) um 1,7 Prozent angehoben werden.

Das AGV-Angebot sieht noch zwei weitere Erhöhungsschritte vor: Zum 01. Februar 2021 um weitere 1,2 Prozent und zum 01. Februar 2022 um weitere 1,1 Prozent. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags würde damit, ausgehend vom 01. September 2019, insgesamt 34 Monate betragen.

Zudem stellte der AGV die folgenden sogenannten „Mantelforderungen“:

  • Flexibilisierung der tariflichen Arbeitszeitregelung für ÜT+20 Prozent-Angestellte
  • Verlängerung der Höchstüberlassungsdauer bei Arbeitnehmerüberlassung
  • Verlängerung des Arbeitszeitkorridors
  • Technische Anpassungen, etwa zum Arbeitgeberzuschuss bei Entgeltumwandlung

„Wir akzeptieren keine Verschlechterungen“

Diese Forderungen lehnt ver.di ausdrücklich ab. „Wir akzeptieren keine Verschlechterungen im Manteltarifvertrag im Austausch gegen ein Gehaltsangebot", betonte ver.di-Verhandlungsführerin Martina Grundler.

Zur angebotenen Tariferhöhung sagte Grundler: „Die Versicherungsangestellten erwarten von ihren Arbeitgebern, dass sie für ihre gute Arbeit eine entsprechende Anerkennung erhalten und ihnen Respekt entgegengebracht wird. Das vorgelegte Angebot widerspricht den Erwartungen immens." Schließlich würden die Beschäftigten mit immer höheren Leistungen und einer Arbeitsverdichtung die Gewinne der Branche erwirtschaften, so die Gewerkschafterin.

In der nächsten Tarifrunde fordert ver.di ein „verhandlungsfähiges Angebot“ von der Arbeitgeberseite. Die nächste Runde wird am 29. November in München stattfinden.

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