Tarifrunde Innendienst: Forderung „deutlichst zu hoch“

Versicherungen von Florian Burghardt

Aktuell basteln Gewerkschaften und AGV an einem neuen Tarifvertrag für den Versicherungsinnendienst. Forderung und Angebot liegen dabei weit auseinander. Die Arbeitgeber haben zudem eigene Forderungen aufgestellt.

AGV-Verhandlungsführer Dr. Andreas Eurich sieht ver.dis Forderungen als nicht verhältnismäßig zu den Rahmenbedingungen, in denen sich die Versicherungsbranche derzeit befindet.

AGV-Verhandlungsführer Dr. Andreas Eurich sieht ver.dis Forderungen als nicht verhältnismäßig zu den Rahmenbedingungen, in denen sich die Versicherungsbranche derzeit befindet. Bild: Barmenia

Aktuell streiten Gewerkschaften und Arbeitgebervertreter wieder über höhere Gehälter für die rund 170.000 Innendienst-Angestellten der Versicherungsbranche. Dabei ist gestern in Hannover die zweite Verhandlungsrunde für einen neuen Tarifvertrag zu Ende gegangen – ohne eine Einigung zwischen den Parteien.

Als größte Gewerkschaft am Verhandlungstisch hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ihre im April beschlossenen Forderungen wiederholt:

  • 6 Prozent Gehaltserhöhung, auch für Zulagen                          
  • Pauschal 80 Euro mehr für alle Auszubildenden                      
  • Laufzeit des neuen Tarifvertrages: 12 Monate                      
  • Wahlmöglichkeit zur Umwandlung von Tariferhöhungen in freie Tage                     
  • Rückkehrrecht in Vollzeit für heutige Teilzeitkräfte                
  • Unbefristete Übernahme von allen Auszubildenden

ver.dis Forderungen nicht im Rahmen

Die von Dr. Andreas Eurich, Vorsitzender des AGV und Vorstandsvorsitzender der Barmenia Versicherungen, geleitete Verhandlungskommission des Arbeitgeberverbandes wies ver.dis Forderungen als „deutlichst zu hoch“ zurück. Sie spiegele nicht die Rahmenbedingungen wider, in der sich die Branche befinde.

Eurich verwies auch auf die Vorbelastung für das laufende Jahr. Die letzte Tariferhöhung war erst zum 01. Dezember 2018 erfolgt. Die letzte Einigung hatte sich so zäh wie schon lange nicht mehr gestaltet. Im Mai und Juni hatten tausende Innendienst-Angestellte gestreikt. ver.di hatte zwischenzeitlich sogar die Verhandlungen als gescheitert erklärt.

Seite 1: ver.di will 6 Prozent mehr Gehalt
Seite 2: Arbeitgeber stellen ebenfalls Forderungen

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare