PIM Gold-Skandal: Hat die BaFin geschlafen?

Sachwerte Top News von Florian Burghardt

Hätten viele Anleger ihr Geld retten können, wenn die BaFin in Sachen PIM Gold anders reagiert hätte? In einer Linken-Anfrage ging es auch um eine schnell wieder entfernte Online-Warnung der Aufsicht. Die Antwort der Bundesregierung liegt procontra vor.

Hätten viele PIM Gold-Anleger ihr Geld retten können, wenn die BaFin anders reagiert hätte? Die Antwort der Bundesregierung dazu liegt der procontra-Redaktion vor.

Hätten viele PIM Gold-Anleger ihr Geld retten können, wenn die BaFin anders reagiert hätte? Die Antwort der Bundesregierung dazu liegt der procontra-Redaktion vor. Bild: BaFin

Eine Razzia, der Chef in Untersuchungshaft und deutlich weniger Gold auf Lager als eigentlich vorhanden sein müsste. Im Anlegerskandal um die PIM Gold GmbH und ihre Vertriebsgesellschaft, die Premium Gold Deutschland GmbH, ist in Ermittlerkreisen der Staatsanwaltschaft von einem Schneeballsystem die Rede. Mittlerweile wurde der Insolvenzantrag gestellt und ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestimmt. Auf die häufigsten Fragen der betroffenen Anleger gibt der Insolvenzverwalter bereits Antworten.

Aber hätte es soweit gar nicht kommen müssen? Hätten viele Anleger ihr Geld retten können, wenn die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) früher beziehungsweise anders gegen den Goldhändler vorgegangen wäre? Diesen Fragen ist die Bundestagsfraktion der Partei „Die Linke“ in Form einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung nachgegangen. Die Antwort der Bundesregierung liegt der procontra-Redaktion vor.

BaFin-Durchsuchung bei PIM Gold

Darin heißt es unter anderem, dass aktuell keine Anhaltspunkte vorlägen, wonach PIM Geschäfte ohne gesetzlich erforderliche Erlaubnis durch die BaFin betreibe. Denn das damalige Geschäftsmodell war als reiner Kauf physischen Goldes ausgestaltet – eine Art der Dienstleitung, die nicht unter einem finanzaufsichtsrechtlichen Erlaubnisvorbehalt stünde.

Allerdings erlangte die BaFin zwischenzeitlich auch Erkenntnisse über neue Anlageangebote von PIM, die den Rückkauf des Goldes zum Ankaufspreis einschlossen. Dies hatte den Anfangsverdacht eines unerlaubten Bankgeschäfts aufkommen lassen. Wie es weiter heißt, hatte es bereits damals eine Durchsuchung bei PIM gegeben, bei der die BaFin 12 Verträge sicherstellte, die als solche „Rückkaufmodelle“ ausgestaltet waren. „Diese wurden nach Aufforderung der BaFin unverzüglich abgewickelt. Darüber hinaus ergaben sich keine Anhaltspunkte für unerlaubte Geschäfte“, so die parlamentarische Staatssekretärin Sarah Ryglewski in ihrer Antwort an die „Linke“.

Seite 1: Bundesregierung äußert sich zum PIM Gold-Skandal
Seite 2: Warum ist kein Vertriebsverbot erfolgt?

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