PIM-Anleger: „Wie bekomme ich mein Gold zurück?“

Sachwerte von Michael Fiedler

PIM-Gold: Können Anleger schon Forderungen anmelden? Welche Fristen zu beachten sind und unter welchen Umständen das Gold nicht zur Insolvenzmasse der PIM Gold GmbH gezählt wird.

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Wo ist das PIM-Gold? Nicht in den Händen der Anleger - soviel ist klar. Bild: Shutterstock.com

Über das Vermögen der PIM Gold GmbH und der Premium Gold Deutschland GmbH hat das Amtsgereicht Offenbach ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet (procontra berichtete).

Rechtsanwalt Dr. Renald Metoja, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt, muss nun die Vermögenswerte sichern. „Wir durchforsten systematisch sämtliche Unterlagen des Unternehmens, um Zahlungsströme nachzuvollziehen und den Verbleib von Vermögen zu klären“, so Metoja. Allerdings sei die Buchhaltung für 2018 und 2019 lückenhaft und nicht auf dem aktuellsten Stand.
Hinzu kommen Hinweise auf Vermögensverschiebungen, die von ehemaligen Mitarbeitern „oder anderen dem Unternehmen nahestehenden Personen aus Deutschland, dem europäischen Ausland oder der Türkei“ stammen. Auch diesen Hinweisen werde in enger Zusammenarbeit mit der ermittelnden Staatsanwaltschaft nachgegangen.

Anleger fragen nach Gold-Beständen und Meldefristen

Und natürlich sind auch viele Anleger verunsichert. So häuften sich wohl beim Insolvenzverwalter die Fragen nach Meldefristen, die eingehalten werden müssen, um Ansprüche zu wahren.
Doch Forderungsansprüche können erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens angemeldet werden. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens erwartet Metoja für Anfang Dezember 2019. Und er stellt klar, dass alle identifizierten möglichen Gläubiger nach Verfahrenseröffnung auf dem Postweg vom Insolvenzverwalter aufgefordert werden, ihre Forderungen anzumelden. Frist- und Formerfordernisse für die Forderungsanmeldung würden ebenfalls schriftlich mitgeteilt.

„Ich will mein Gold zurück“

Aber auch einige Spezialfragen erreichten den Insolvenz-Anwalt. Etwa die Frage, ob man die Herausgabe von Gold, das man zwar selbst gekauft, PIM aber eingelagert hat, verlangen könne?

Denkbar wäre das, wenn man ein sogenanntes „Absonderungsrecht“ an einzelnen Gegenständen hält. „In diesem Fall könnte der Verwertungserlös nach Abzug der gesetzlichen Verwertungs- und Feststellungskosten -insgesamt 9 Prozent- verlangt werden“, sagt Anwalt Metoja. Die genauen vertraglichen Vereinbarungen seien zu prüfen, so der Insolvenzfachmann. Allerdings muss der betroffene Gegenstand eindeutig zugeordnet werden können.

Anders liegt der Fall, wenn PIM Schmuck, Uhren oder sonstige Gegenstände aus Gold zur Reparatur überlassen wurden. Solche Gegenstände sind nicht Teil der Insolvenzmasse und werden ihren Eigentümern zurückgegeben. Klar: Die Gegenstände müssen noch vorhanden und den Eigentümern eindeutig zuordenbar sein.
Und das ist gar nicht so einfach: „Angesichts der großen Mengen der beschlagnahmten Gold- und Edelmetallbestände wird die genaue Feststellung der Eigentumsverhältnisse allerdings voraussichtlich Monate dauern“, räumten die vorläufigen Insolvenzverwalter ein.

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