Nachgerechnet: Lohnt die Basisrente gegenüber ETF?

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Im Vergleich zu ETF-Sparplänen stellte er diesmal gar nicht auf die genauere Barwertbetrachtung bei Renten ab (procontra berichtete), sondern blieb verbal bei der Versicherungslösung, die er offenbar nicht so mag. „Der Anleger kann dem Vermögensverwalter der Versicherung keine Vorschriften machen, wie das Geld angelegt werden soll“, kritisiert Looman. Noch heikler sei die Tatsache, dass man keinen Einfluss auf Gebühren und Kosten hat und so dem Versicherer „total ausgeliefert“ sei. Da schießt Looman über das Ziel hinaus, denn die Aufsichtsregelungen haben Lebensversicherer zu viel stärkerer Transparenz gezwungen als bei anderen Finanzprodukten.

Vergleich zu Indexfonds nicht akribisch ausgeführt

Looman empfiehlt, das Geld lieber selbst in Indexfonds zu investieren. Dabei ließen sich sechs Prozent Rendite vor Steuern oder 4,42 Prozent netto erzielen und damit weit mehr als mit der steuergeförderten Basisrente. Inwieweit sich allerdings die Börsen und Fonds in die Karten schauen lassen und wie verlässlich seine beispielhafte Renditeannahme ist, führt der Autor nicht aus.

Dabei übersieht der renommierte Finanzanalytiker aber, dass auch die Eigenanlage mit Depot-, Kauf- und Anlageberatungskosten verbunden ist (procontra berichtete) und auch Zeit erfordert. Dies würde in eine alternative Musterrechnung, etwa für einen ETF-Sparplan, hineingehören.

Das Thema Langlebigkeit bei der Basisrente sei als Vorteil „nicht von der Hand zu weisen“, doch empfindet das Looman bei alternativen Anlagen nicht als so gravierenden Nachteil. „Die lebenslange Rente ist eine Größe, die jeder Anleger durch entsprechende Reserven selbst steuern kann", behauptet der Finanzanalytiker. Dazu empfiehlt er zwei Wege:

  • bei der Eigenanlage lässt sich mit einer längeren Lebensdauer rechnen, so dass die Rente entsprechend sinken wird, oder
  • der Anleger kürzt die Auszahlungsdauer, weil er weiteres Vermögen besitzt.

Damit räumt Looman aber indirekt ein, dass sein Rechenbeispiel für Anleger nicht passt, die älter als der statistische Durchschnitt werden. Sie brauchen zusätzliches Vermögen. Dennoch kommt er zu dem Schluss, dass die Versicherungslösung nur für diejenigen gut sein kann, „die im Alter keine festen Einkünfte haben“, oder für „disziplinlose Gesellen“, weil sie ihr Konto nicht plündern dürfen. Da sei es in der Regel besser, die Steuern zu zahlen und die Sparraten selbst an der Börse anzulegen, glaubt Looman.

Seite 1: Alleinstellungsmerkmal: lebenslange Rente
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