Haid: "Mit diesen Gesundheitsthemen sprechen Makler ihre Kunden an."

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Die privaten Krankenversicherer wandeln sich immer mehr zu Gesundheitspartnern der Kunden. Muss der Makler ihnen folgen? Hierüber sprach procontra mit Riester-Experte und Gründer des Gesundheitsprogramms PaleoMental, Joachim Haid.

Riester-Experte Joachim Haid kennt sich auch mit Ernährung und Gesundheit aus. Was er Maklern für den sich verändernden Versicherungsmarkt rät.

Riester-Experte Joachim Haid kennt sich auch mit Ernährung und Gesundheit aus. Was er Maklern für den sich verändernden Versicherungsmarkt rät. Bild: softfin

Procontra: Die privaten Krankenversicherer versuchen sich vom reinen Kostenerstatter zum Gesundheitsdienstleister weiterzuentwickeln. Können bzw. müssen sich Makler folglich auch zum Gesundheitsberater weiterentwickeln?

Joachim Haid: Die Frage ist, was Sie unter Gesundheitsberater verstehen. Natürlich kann sich jeder Wissen aneignen und sich ausbilden lassen, so wie ich. Das wird aber nur im Einzelfall sinnvoll sein. Die meisten wollen und sollen auch Versicherungsvermittler bleiben und damit innerhalb ihrer Kompetenz vorgehen. Die Themen Gesundheit und Prävention gehören jedoch ganz klar zu den Zukunftsthemen. Der Vermittler, der sich hier ein Grundwissen über Zusammenhänge aneignet, wird entsprechend kommende Produkte erfolgreicher ansprechen und sich damit Wettbewerbsvorteile verschaffen können. Mal abgesehen davon, dass jeder Unternehmer selbst davon profitiert, sich mit seiner Gesundheit zu beschäftigten.  

Procontra: Wie können Makler ihre Kunden beim Thema Gesundheit unterstützen?

Haid: Im direkten Bezug zu Versicherungsprodukten derzeit noch relativ begrenzt. Es gibt zwar erste Ansätze wie z.B. Vitality, oder der neue Krankenversicherungstarif ActiveMe der AXA, oder auch bei Ottonova. Auch andere Krankenversicherer wie die Inter, Signal, Hallesche Nationale und Gothaer beschäftigen sich mit diesen Themen sehr intensiv. Im Bereich der Lebensversicherer bietet elipsLife  mit ihrem aktuell einzigartigen Care Management eine interessante Lösung an. Das sind aber lediglich die ersten, zarten Pflänzchen. Versuche von Versicherern, sich in diesem Bereich zu positionieren.

Procontra: Und abgesehen davon?

Haid: Der Vermittler kann bereits heute zusammen mit seinem Kunden in Form von Kooperationen profitieren. Es gibt immer mehr Kunden, die nur mit Ausschlüssen, oder Zuschlägen versicherbar sind, im schlimmsten Fall gibt es eine Ablehnung. Hier kann in Zusammenarbeit mit einem Präventionsanbieter dem Kunden Möglichkeiten verschafft werden, so dass er im Idealfall normal versicherbar ist. Im Bestand ist das natürlich ebenfalls interessant auf solche Kooperationen zugreifen zu können. Organisiert der Vermittler bei einem erkrankten Kunden einen entsprechenden Kontakt und diesem geht es anschließend wieder besser, so wird der Vermittler mit einem weiteren Thema positiv im Kopf des Kunden sein. Das alles ohne, dass der Vermittler dabei seine Kernkompetenz verlässt. Außerdem kann der Vermittler, wenn er das möchte, dabei auch noch durch Tippgebervergütungen zusätzlich Einnahmen generieren. Das ist einer der Wege, die ich im Rahmen von Kooperationen anbiete. Primär wird es aber die Aufgabe der Versicherungsgesellschaften sein, entsprechende Lösungen und Kooperationen anzubieten, auf die der Vermittler zugreifen kann. Hier führe ich bereits erste Gespräche mit Anbietern.

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