Analyse: Was Vermittler in den einzelnen Sparten verdienen

Berater IDD Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Einkommen der Versicherungsvermittler: Die Gewinne stagnieren, die Vergütungen sinken. Wie die durchschnittlichen Vergütungssätze aussehen, hat der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) in seiner neuesten Strukturanalyse ermittelt.

Bei den Regel-Vergütungssätzen schneiden Versicherungsmakler häufig besser ab als die Ausschließlichkeit , zeigt die BVK-Strukturanalyse. Bild: VersicherungsJournal-Verlag

In der Sommerausgabe seiner Verbandszeitschrift „Versicherungsvermittlung“ hatte der BVK erste Zahlen über die Gewinnsituation der über 2.500 Umfrageteilnehmer publiziert. Davon waren 68 Prozent gebundene Vertreter und nur sieben Prozent Versicherungsmakler, obwohl die es auf 24 Prozent Marktanteil im Versicherungsvertrieb bringen.

Ergebnis: Laut Analyse erzielten elf Prozent der Vermittler einen Jahresgewinn vor Steuern und Altersvorsorge bis zu 25.000 Euro und 20 Prozent über 25.000 Euro bis zu 50.000 Euro. Mehr als ein Drittel liegen in der Gruppe zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Weitere 20 Prozent schafften über 50.000 Euro bis unter 75.000 Euro. Darüber wird die Luft dünner (procontra berichtete).

Gegenüber der vorherigen Strukturanalyse vor zwei Jahren sind die einzelnen Einkommensgruppen in etwa gleich groß geblieben (procontra berichtete). Der BVK findet es bemerkenswert, dass 56 Prozent der Vermittler es nicht geschafft hätten, ihren Gewinn zu steigern. „Die Ergebnisse bestätigen uns in der Einschätzung, dass eine deutliche Belastungsgrenze der Vermittlerbetriebe erreicht ist“, kommentiert BVK-Präsident Wolfgang H. Heinz.

Vielfach nur über Bonifikation angemessen vergütet

Auf der DKM 2019 teilte der BVK jetzt weitere Einzelheiten der Studie „Betriebswirtschaftliche Strukturen des Versicherungsvertriebs - BVK-Strukturanalyse 2018 / 2019“ mit, die von den Professoren Matthias Beenken und Michael Radtke, beide Lehrstuhlinhaber an der Fachhochschule Dortmund, vorgelegt wurde. So stehen in den Vertriebskanälen Ausschließlichkeit und Mehrfachagenten Bonifikationen für 30 Prozent des Gesamtumsatzes. Bei Maklern machen Zuschüsse und produktionsabhängige Vergütungen immerhin auch noch acht Prozent des Gesamtumsatzes aus (procontra berichtete).

Zeitgleich mit der Präsentation auf der DKM ist die gesamte Studie in Buchform erschienen. Darin werden weitere Zahlen und Fakten aus dem Versicherungsvertrieb präsentiert, darunter ein Überblick über Betriebsgrößen und konjunkturelle Entwicklung. Insgesamt wird ein ungeschminktes Bild der betriebswirtschaftlichen Realitäten und Herausforderungen aufgezeigt. Dazu gehört eine ausführliche Übersicht zu den Regel-Vergütungen in den Sparten Kfz, Schaden-, Haftpflicht-, Unfall- und Rechtsschutz (SHUR), Leben und PKV.

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