Wohnimmobilien: Fonds erzielen 7,5 Prozent Rendite

Investmentfonds von Michael Fiedler

Unter den offenen Immobilienfonds fällt den Wohnimmobilienfonds eine Sonderrolle zu. Statt auf Gewerbeimmobilien fokussieren sie auf den Wohnbereich. Das zahlt sich aus. Nach Steuern erzielen sie eine deutlich höhere Rendite als Gewerbeimmobilienfonds.

Mietsteigerungen Sanierungspotenzial Wohnimmobilien

Bietet Potenziale für offene Immobilienfonds, die sich auf Wohnimmobilien fokussiert haben. Bild: shutterstock.com

In der jüngsten Betrachtung offener Immobilienfonds der Berliner Ratingagentur Scope finden auch Wohnimmobilienfonds Berücksichtigung. Obwohl es nur zwei Wohnfonds mit Investmentfokus Deutschland gibt, lohnt sich eine genauere Auswertung. In den Renditen der beiden Fonds kommen gleich mehrere Sondereffekte zum Tragen.

So wurden beim „Wertgrund WohnSelect D“ 2017 15 Immobilien veräußert, die insgesamt 32 Prozent des Portfolios ausmachten. Im Ankauf setzt der Fonds neben energetischen Sanierungspotenzialen gezielt auf Objekte mit Ausbaureserven. Auf diese Weise können Mehrwerte geschaffen werden – etwa beim Ausbau von Dachgeschossen oder der Nutzung von Baulandreserven. Dadurch wurden enorme Gewinne erzielt, die ohne Veräußerung der Objekte zu einer signifikanten Besteuerung geführt hätten. Hintergrund ist die zwischenzeitliche Anpassung des Investmentsteuer-Gesetzes.

Gesamtrendite 7,5 Prozent

Mit 2,8 Prozent beim „Fokus Wohnen Deutschland“ und 12,2 Prozent beim „Wertgrund WohnSelect D“ liegen die Wertänderungsrenditen der beiden Fonds über dem Niveau der Gewerbeimmobilienfonds. Scope führt das auf Mietsteigerungen und die „dynamische Marktentwicklung im Wohnimmobiliensektor“ zurück.
Die Gesamtrendite der beiden Fonds beträgt nach Steuern durchschnittlich 7,5 Prozent.

Liquiditätsrendite: Sondereffekt wirkt sich aus

Eine weitere Auffälligkeit betrifft die Liquiditätsquote des „Fokus Wohnen Deutschland“. Sie wird mit 4,7 Prozent angegeben und liegt damit ebenfalls deutlich über dem Marktdurchschnitt. Ursache dafür sind aber nicht klassische Liquiditätsanlagen von Bankguthaben. Bei diesem Fonds resultiert die Quote aus Erstattungen, die gemäß den Kaufverträgen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Objekten erfolgten.

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