Vertriebschance Gesundheit: So profitieren Sie!

Megatrend Gesundheit von Julia Thiem

In unserem Gesundheitssystem herrschen die falschen Anreize. Der Megatrend Gesundheit erscheint da wie eine heilbringende Gegenbewegung.

Der Megatrend Gesundheit erscheint wie eine heilbringende Gegenbewegung. Quelle: Shutterstock.com/ Valeria Aksakova

Es sind erschreckende Zahlen, die die OECD in ihrem aktuellsten Gesundheitsreport „Health at a Glance: Europe 2018“ veröffentlicht: Rund ein Fünftel aller Gesundheitsausgaben seien unwirtschaftlich und könnten mindestens reduziert werden oder sogar komplett wegfallen, ohne dass die Qualität im Gesundheitswesen darunter leiden würde. 9,6 Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts fließen aktuell in die Gesundheitsversorgung. Entsprechend würde eine Einsparung in dieser Größenordnung für deutlich mehr Widerstandskraft im System sorgen.

Die OECD macht vor allem falsche Anreize für die Leistungserbringer, Abrechnungsbetrug und Korruption für die vermeidbaren Kosten im europäischen Gesundheitswesen verantwortlich. In Ländern wie Großbritannien oder auch in Skandinavien werden beispielsweise bereits viele kleinere Eingriffe ambulant durchgeführt, sodass die Patienten direkt nach der OP wieder nach Hause können – etwa nach einer Mandel-OP oder einem Leistenbruch. In Deutschland setzt sich laut OECD dieser kosteneffiziente Trend wie auch in den meisten osteuropäischen Ländern nur sehr langsam durch.

Gegenbewegung zum „kranken“ System

Auch wenn man den Patienten keinen Vorwurf machen kann, wenn zu teure oder unnötige Behandlungen durchgeführt werden – die einfachste Art, solchen „Auswüchsen“ im System entgegen zu wirken, ist natürlich, gar nicht erst krank zu werden. Denn je seltener Arztbesuche, Medikamente oder Therapien nötig sind, desto mehr finanzielle Mittel stehen zur Verfügung, wenn sie tatsächlich gebraucht werden. Eine solch effiziente „Gegenbewegung“ scheint sich nun im Megatrend Gesundheit zu manifestieren, den das Frankfurter Zukunftsinstitut zusammen mit elf weiteren Megatrends identifiziert hat. Gesundheit sei laut den Zukunftsforschern dabei vor allem ein Synonym für ein gutes Leben. Alles, was auf die eigene Gesundheit einzahlt, wird als positiv gewertet: Achtsamkeit, Bewegung, Detoxing oder eine gesunde und bewusste Ernährung.

Staat und Unternehmen müssen mitziehen

Die Verantwortung für ein gesundes und bewusstes Leben wollen die Menschen künftig jedoch nicht völlig alleine tragen. Sowohl der Staat als auch Unternehmen dürfen den neuen Megatrend nicht ignorieren. Von der Architektur über die Bildung bis hin zu einem vollumfassenden Gesundheitsmanagement im Unternehmen – die Ansprüche und Forderungen der Gesundheitsbewussten nehmen zu. Das liegt auch an ihrem umfassenden Wissen über Gesundheit, das auch im Zuge der Digitalisierung schnell und breit zugänglich wird.

Die Macht der Daten

Diese gesundheitliche Bildung sorgt auch dafür, dass Wissen und Daten immer differenzierter betrachtet werden. Google und Co. sind für eine erste Recherche vielleicht noch ausreichend. Zu viel Vertrauen wird den Ergebnissen jedoch nicht entgegengebracht, wie eine Umfrage des Zukunftinstituts zeigt. Deutlich größer ist dagegen das Vertrauen in die Daten der sogenannten Fitness-Wearables. Der eigene Körper wird dank dieses Health Trackings zur Benchmark und Gradmesser für ein neues Lebensgefühl. 

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