Riester: Verbraucherschützer beklagen erneut doppelte Abschlusskosten

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Mehrere Lebensversicherer kassieren ihre Riester-Kunden bei zulagenbedingten Änderungen des Eigenbeitrags doppelt ab. Das will die Verbraucherzentrale Hamburg herausgefunden haben und wetzt nun die Messer in Richtung der versicherungsförmigen Altersvorsorge.

Die VZHH kritisiert 15 Lebensversicherer für die doppelte Erhebung von Abschluss- und Vertriebskosten bei Riester-Verträgen. Dorothea Mohn (vzbv) geht noch weiter und spricht der versicherungsförmigen Altersvorsorge ihre Eignung ab.

Die VZHH kritisiert 15 Lebensversicherer für die doppelte Erhebung von Abschluss- und Vertriebskosten bei Riester-Verträgen. Dorothea Mohn (vzbv) geht noch weiter und spricht der versicherungsförmigen Altersvorsorge ihre Eignung ab. Bild: vzbv

Nicht wenige Riester-Kunden werden von ihren Versicherern doppelt zur Kasse gebeten. Dieser Vorwurf kam heute von der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH), die sich damit auf eine selbst erstellte Befragung aller 85 auf dem deutschen Markt aktiven Lebensversicherer stützt. Dabei geht es um die erneute Erhebung von Abschluss- und Vertriebskosten bei bereits bestehenden Riester-Verträgen – und das, obwohl sich die Gesamtbeitragssumme der Verträge nicht ändert.

Im Kern der Kritik stehen zulagenbedingte Änderungen des Eigenbeitrags. Wenn Vertragsinhaber diesen beispielsweise senken, weil sie fortan eine Kinderzulage erhalten und deshalb nun weniger selbst zuzahlen müssen, um die vollen Zulagen zu erhalten, werden laut den Verbraucherschützern auf die neu hinzukommenden Zulagen Abschluss- und Vertriebskosten verlangt.

Und nochmal...

Sollten die Riester-Kunden ihren Eigenbeitrag später wieder erhöhen, zum Beispiel wenn die Kinderzulage wegfällt, müssen auf den Mehrbeitrag erneut Abschluss- und Vertriebskosten abgeführt werden. Die Gesamtbeitragssumme beziehungsweise der Lebenswert des Vertrags wäre aber zu jeder Zeit gleichgeblieben.

Das Problem liegt laut der VZHH daran, dass die Lebensversicherer eine Senkung des Eigenbeitrags als Teilbeitragsfreistellung gemäß § 165 VVG verstehen. Jede erneute Erhöhung des Beitrags wird dann wie ein Neuabschluss des Vertrags behandelt und führt zu neuen Kosten.

Eine Übersicht zu den höchsten Abschlusskostenquoten der Lebensversicherer hat procontra zusammengestellt. Umfangreiche weitere Informationen und Analysen zu den Kennzahlen der Lebensversicherer finden sich zudem im aktuellen procontra LV-Check.

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