Pflegebedürftige müssen knapp 2.000 Euro monatlich zuzahlen

Berater Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Die Zuzahlung aus eigener Tasche zu den Pflegekosten ist deutlich gestiegen. Das ergab eine Auswertung der Daten von über 11.000 Pflegeheimen. Zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Kritiker rufen bereits nach einer Bürgerversicherung.

Für Pflegebedürftige wird es immer teurer. Im bundesweiten Durchschnitt liegt der monatliche Eigenanteil nach Abzug der Leistungen aus der Pflegeversicherung bereits bei über 1.900 Euro.

Für Pflegebedürftige wird es immer teurer. Im bundesweiten Durchschnitt liegt der monatliche Eigenanteil nach Abzug der Leistungen aus der Pflegeversicherung bereits bei über 1.900 Euro. Bild: Pixabay

Wissenschaftlichen Studien zufolge wird der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung in den nächsten 20 Jahren auf mindestens 4,1 Prozent steigen (aktuell: 3,05 Prozent). Entwicklungsabhängig könnte aber sogar ein Anstieg auf bis zu 7,9 Prozent möglich sein, warnen die Forscher.

Dieser Bedarf an Mehrbeiträgen hat natürlich einen Grund: Die steigenden Pflegekosten. Dass es sich dabei nicht um ein Märchen handelt, sondern um einen bereits stattfindenden Prozess, verdeutlichen aktuelle Zahlen des PKV-Verbands. In einer Auswertung der Daten von über 11.000 der insgesamt rund 13.000 vollstationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland ergibt sich ein bundesdurchschnittlicher Eigenanteil in Höhe von 1.927,54 Euro monatlich (Stand 01.09.2019). Das bedeutet einen Anstieg in Höhe von 115 Euro (+6,3 Prozent) gegenüber dem Vorjahr.

Bundesweit große Unterschiede

Diese knapp 2.000 Euro markieren den gesamten Eigenanteil, den die Pflegebedürftigen für ihre Vollzeit-Unterbringung in der Pflegeeinrichtung selbst aufbringen müssen. Die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung beziehungsweise für privat Versicherte aus der privaten Pflegepflichtversicherung sind dabei schon abgezogen. Der gesamte Eigenanteil setzt sich zusammen aus

  • dem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil für pflegebedingte Kosten der Pflegerade 2 bis 5,
                                
  • den Kosten für Unterkunft und Verpflegung
                        
  • sowie den Investitionskosten der Einrichtung.

Bei nicht wenigen Rentnern dürfte der gesamte Eigenanteil das monatliche Einkommen übersteigen. Beim Vergleich der Bundesländer (siehe Grafik) fallen große Unterschiede auf. So müssen Heimbewohner in Nordrhein-Westfalen mit durchschnittlich 2.405,82 Euro am meisten zuzahlen. Am günstigsten ist es dagegen in Mecklenburg-Vorpommern mit 1.346,37 Euro.  

 

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