Niedrigzins: Weitere Sparkasse kündigt Sparverträge

Berater Top News von Michael Fiedler

Die Sparkasse München, das fünftgrößte kommunale Geldinstitut in Deutschland, bestätigt gegenüber procontra die Kündigung von 28.000 Prämiensparverträgen. Zudem behält sich die Sparkasse die Einführung von „Verwahrentgelten“ vor. Verbraucherschützer kritisieren das Vorgehen.

Sparkasse München Sparvertrag Kündigung Altersvorsorge

Die Stadtsparkasse München kündigt zum Jahresende 28.000 Prämiensparverträge. Bild: Rostislav Ageev / Shutterstock.com

Die Sparkasse München kündigt zum Jahresende rund 28.000 Prämiensparverträge. Das bestätigte das Geldinstitut auf procontra-Anfrage. Gekündigt werden alle Prämiensparverträge, für die keine feste Laufzeit vereinbart wurde und die den Höchstprämiensatz nach 15 Jahren Laufzeit erreicht haben. „Von dieser Maßnahme sind 3 Prozent unserer Kunden betroffen“, schreibt die Sparkasse. Die Kunden sollen aber nicht unvorbereitet sein: „Bereits seit rund eineinhalb Jahren suchen wir zu unseren Kunden unter dem Motto ‚Anlegen statt Stilllegen‘ verstärkt den Kontakt, um Anlagealternativen zu finden“, so die Sparkasse München.

Sparkasse beruft sich auf BGH-Urteil

Die Sparkasse begründet ihren Schritt mit der hohen Kostenbelastung durch die Niedrigzinsen und verweist auf das BGH-Urteil vom 14. Mai 2019. Mit diesem Urteil habe der BGH entschieden, dass eine ordentliche Kündigung der Verträge rechtlich zulässig ist, sobald die jeweils höchste Prämienstaffel erreicht wurde. Zudem seien die geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (BGH Begründung: „Niedrig- und Negativzinsumfeld“) als sachgerechten Grund für die Kündigung anerkannt worden, so die Sparkasse.

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