Makler: Keine Angst vor „großen Tieren“

Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Digitalisierte Hilfe ja, aber nicht über den Makler hinweg

Gerade die Individualität des Maklergeschäfts lasse eine vollständige Automatisierung im Zuge einer Digitalisierungsstrategie bei Maklern nicht zu. Natürlich benötigt man eine durchdachte Dateninfrastruktur, mit der sich auch viele Prozesse automatisieren lassen – letztlich muss der Makler aber immer die Möglichkeit haben, Entscheidungen zu treffen. „Die Optimierung von Abläufen scheint angesichts der anhaltenden Regulierungswut der Politik absolut unvermeidbar, um weiterhin als Versicherungsmakler wirtschaftlich arbeiten zu können“, so der VEMA-Chef.

Über 3.100 Maklerbetriebe mit 21.000 Mitarbeitern, die Partner der VEMA sind, profitieren von vielen Online-Services im Maklerbüro (procontra berichtete). Ein inzwischen schon traditionelles Element ist die Toolbox im VEMA-Extranet, wo auch zahlreiche Dokumente für den Kundenverkehr hinterlegt sind (procontra berichtete).

Im Bereich Technologie setze die Genossenschaft mit oberster Priorität ihr Großprojekt „VEMAdata“ um. Ziel sei die Vernetzung der Informationen und Daten des Versicherungsmaklers (Maklerverwaltungsprogramm samt Kundenstamm- und Vertragsdaten sowie einer VEMA-Schnittstelle zur Kundendatenübergabe), der Genossenschaft (VEMA-Extranet), der Versicherer (Bipro samt Abholung der Dokumente und Vertragsdateien) und auch von externen Quellen wie IBAN-Prüfung von Banken, Unternehmensdaten/Insolvenzverzeichnis sowie Geo- und Bilddaten.

Wie mit Data-Projekt gewaltig Zeit gespart wird

„Im Rahmen unserer Digitalisierungsstrategie 'VEMAdata' können Bestände einfach mit besseren Produkten aktualisiert werden“, ermuntert Hübner die Partner-Makler. Auch der Dokumentenabruf aus den verschiedenen Versicherer-Portalen wurde optimiert. So muss ein VEMA-Makler sich nicht mehr bei jedem dieser Portale umständlich einloggen und herunterladen, was für seinen Bestand hinterlegt wurde. Dies war ein langjähriges Ärgernis vieler Makler, weil sie damit viel Zeit im Büroalltag zubringen mussten. „Nun können alle relevanten Dokumente einfach und zentral über das VEMA-Extranet aus allen Portalen abgerufen“, berichtete Hübner.

Bei der Anbindung leistet die VEMA-Postbox – gewissermaßen eine Vorstufe von „VEMAdata“ - laut Hübner gute Dienste. Die Postbox dient zur zentralen Dokumentenabholung bei den angeschlossenen Versicherern und legt die Dokumente im VEMA-Extranet ab – auch Deckungsnoten sind einsehbar. Der Makler muss sich also nur einmal einloggen (procontra berichtete).„Es sind nahezu alle Maklerversicherer angeschlossen“, berichtete er. Die Postbox baut auf der Passwortverwaltung auf. Auf diesem zentralen „Internetbahnhof“ des Maklers werden sämtliche Passwörter zu allen Versicherern hinterlegt und zentral verwaltet.

Bereits 900 Partner- Maklerbetriebe nutzen die Postbox, erläuterte Hübner. Dabei würden 250.000 Dokumente pro Monat abgeholt. Da jeder VEMA-Makler im Schnitt bei 15 Versicherern angebunden sei, stelle das einen riesigen Zeitgewinn gegenüber der bislang nötigen Abholung bei jedem dieser Versicherer.

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