Klimakatastrophen bald nicht mehr versicherbar?

Versicherungen von Michael Fiedler

Der Klimawandel wird sich auch auf die Geschäftsmodelle von Versicherungen auswirken. Erstmal nennen Rückversicherer die Folgen des Klimawandels als wesentliches Risiko für ihr Geschäft. Wo die Versicherer die Schwierigkeiten sehen und welche Entwicklungen ebenfalls als Top-Risiko für die Branche gesehen werden.

Der Klimawandel stellt die Versicherungswirtschaft vor große Herausforderungen. Bild: Nicole S Glass / Shutterstock.com

Immer häufiger auftretende Wetterextreme und teurer werdende Katastrophenschäden nach Unwettern bereiten den Rückversicherern Sorgen. Die Folgen des Klimawandels werden als „Top-Risiko“ von Rückversicherern gewertet. Das geht aus der aktuellen PriceWaterHouse-Umfrage „Reinsurance Banana-Skins 2019“ (englisch, PDF) hervor. Die Erhebung wird aller zwei Jahre unter weltweittätigen Rückversicherern durchgeführt. Das Risiko „Klimawandel“ befand sich in den letzten beiden Untersuchungen (2015 und 2017) nicht unter den zehn am häufigsten genannten Risiken. Stattdessen dominierte die Sorge vor dem Risiko „Naturkatastrophen“: Platz 2 2011, 2015 Platz 3. Wer allerdings meint, die Risiken „Naturkatastrophen“ und „Klimawandel“ seien im Prinzip deckungsgleich, täuscht sich. 2013 waren beide Risiken in den Top-Ten vertreten: Während „Naturkatastrophen“ auf Platz 1 rangierte, kam „Klimawandel“ auf Platz 4. In der Erhebung von 2017 sind beide Risiken nicht unter den 10 häufigsten Antworten.

Risikobewertung und Preisgestaltung schwieriger

Zu den befürchteten Auswirkungen des Klimawandels zählen nicht nur die Schwierigkeiten bei der mittel- und langfristigen Risikobewertung und der Preisgestaltung. Bestimmt Naturkatastrophen könnten langfristig kaum noch versicherbar sein, so die Sorge unter den Studien-Teilnehmern.
„Nicht nur die Häufigkeit und Heftigkeit der Wetterextreme nimmt zu, auch die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen im Kampf gegen die Erderwärmung verändern sich. Dadurch entstehen neue Risiken, aber auch Chancen für die Rückversicherer“, sagt Julia Unkel, Leiterin des Bereichs Insurance bei PwC Deutschland.

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