FinVermV: Fällt jetzt die Aufzeichnungspflicht?

Investmentfonds von Michael Fiedler

Die Verpflichtung, Telefongespräche und Online-Beratungen zu Kapitalmarktprodukten aufzuzeichnen, könnte kippen. Das fordert zumindest der Branchenverband AfW. Worauf der Verband seine neuerliche Forderung stützt.

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Macht sich Hoffnung auf ein Ende der alternativen Aufzeichnungspflicht: AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. Bild: Bundesverband Finanzdienstleistung AfW

Ergibt sich Nachbesserungsbedarf aus dem Evaluierungsverfahren zu MiFID II, wollte die Bundesregierung diesen Richtung EU-Kommission adressieren. So hieß es noch vor knapp drei Monaten von Regierungsseite.

Inzwischen scheint man in Berlin mit der Evaluierung vorangekommen zu sein. In einem Positionspapier des Bundesfinanzministeriums wird gefordert, dass Kunden der Aufzeichnung von Gesprächen widersprechen können müssen. Man wendet sich also gegen das alternativlose Aufzeichnen (Taping).

Allerdings: Die überarbeitete Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinVermV) ist auf dem Weg in den Bundesrat und soll am 20. September dort verabschiedet werden – inklusive Verpflichtung zum Taping.

„Taping ist Bürokratie- und Datenschutzmonster“

Der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW sieht nun eine Chance, das alternativlose Taping aus dem FinVermV-Entwurf zu streichen. Denn viele Fragen rund um den Datenschutz – etwa, welche Stellen des Gesprächs aufgezeichnet werden müssten – sind bisher unklar. „Wir fordern die Bundesregierung auf, ihrer eigenen Sichtweise zu folgen und das alternativlose Taping aus dem FinVermV-Entwurf zu streichen oder die Verabschiedung der FinVermV so lange aufzuschieben, bis über diese MiFID-Regelung in Brüssel erneut beraten wurde“, fordert AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. „Taping ist ein Bürokratie- und Datenschutzmonster, was niemand möchte und niemand braucht. Die FinVermV ist nun bereits 1 Jahr und 9 Monate zu spät dran. Da führt eine erneute Verschiebung bei den Finanzanlagenvermittlern auch zu keinen weiteren Problemen“, begründet Frank Rottenbacher die Aufforderung des AfW.

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