Finanztest: Schwache Rentenberatung bei DRV

Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Die Altersvorsorgeberatung der Deutschen Rentenversicherung Bund lässt stark zu wünschen übrig. Unerwartet heftige Kritik kommt von der ebenfalls staatsnahen Stiftung Warentest. Alternativen zur staatlichen Beratung werden dem Leser vorenthalten.

Die Deutsche Rentenversicherung berät schlechter als erwartet zur Altersvorsorge, kritisiert die Stiftung Warentest.

Die Deutsche Rentenversicherung berät schlechter als erwartet zur Altersvorsorge, kritisiert die Stiftung Warentest. Bild: Finanztest

Die Stiftung Warentest gab sich kürzlich investigativ und schickte 80 Tester im gesamten Bundesgebiet in die Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund). Die ist regional gegliedert und besteht aus insgesamt 16 Rentenversicherungsträgern, die 163 Auskunfts- und Beratungsstellen unterhalten.

Das Ergebnis, veröffentlicht in Finanztest 10/19, überrascht angesichts der früheren Empfehlungen der Warentester, jeden Riester-Kunden und Zusatzrentenwilligen lieber ins Gespräch mit der DRV als zu einem Versicherungsvermittler zu schicken.

Der Test ergab „eine schwache Leistung“, das Gesamturteil lautet nur „Ausreichend“. Pro Träger hatten jeweils fünf geschulte Personen ein Gespräch in den verschiedenen Beratungsstellen reserviert. Gefragt wurde, wie hoch ihre Altersrente voraussichtlich sein wird. Und was man tun kann, um das Einkommen im Alter soweit zu erhöhen, dass der Lebensstandard im Ruhestand gehalten werden kann. Die Tester brachten alle relevanten Unterlagen auch über private oder betriebliche Anwartschaften mit.

Gesetzlichen Beratungsauftrag schlecht ausgeführt

Bewertet wurden die Gespräche nach vier Kriterien:

  • Endkunden-Rentenansprüche (30 Prozent): bestehende Anwartschaften aus der gesetzlichen Rente; zusätzliche Altersvorsorge (Riester- und Basis-Rentenvertrag, betriebliche Altersversorgung und Zusatzversorgung (bAV), private Renten- und Lebensversicherung),
  • Information und Auskünfte (30 Prozent): Versicherungsverlauf der gesetzlichen Rente, Lösungen für Fehlzeiten aufzeigen. Auskünfte zu zusätzlicher Altersvorsorge,
  • Lösen des Beratungsanliegens (25 Prozent): Ermittlung der Alterseinkünfte anhand der einzelnen Renten unter Berücksichtigung von Sozialabgaben und Steuern. Vorschläge zum Ausbau der persönlichen Altersvorsorge,
  • Gesprächsverlauf (15 Prozent): Terminbuchung innerhalb von acht Wochen, Anliegen der Beratung klären, Aushändigen von Beratungsunterlagen und Kontaktdaten.

Ergebnis: Die Informationen zum eigenen gesetzlichen Rentenanspruch waren im Test noch befriedigend, schreibt Finanztest. Viel zu selten ermittelten die Berater aber das Gesamt-Renteneinkommen aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge („ausreichend“). Der Rat zum Ausbau der Rentenansprüche fehlt häufig, so dass es für den Teilbereich „Lösen des Beratungsanliegens“ folgerichtig eine „mangelhafte“ Beurteilung gab.

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