Doppelte Riester-Kosten: GDV will auf Lebensversicherer einwirken

Versicherungen von Florian Burghardt

Verbraucherschützer kritisieren doppelte Abschluss- und Vertriebskosten auf Riester-Verträge. Gegenüber procontra bestätigte der GDV das „Problem“. Zusammen mit den betroffenen Lebensversicherern will man Lösungen finden.

Doppelte Abschlusskosten und Vertriebskosten auf Riester-Verträge. Gemeinsam mit den betroffenen Lebensversicherern will der GDV nun Lösungen für die Kunden finden (Symbolbild).

Doppelte Abschlusskosten und Vertriebskosten auf Riester-Verträge. Gemeinsam mit den betroffenen Lebensversicherern will der GDV nun Lösungen für die Kunden finden (Symbolbild). Bild: Pixabay

Bei zulagenbedingten Erhöhungen des Eigenbeitrags müssen manche Riester-Versicherte erneut Abschluss- und Vertriebskosten bezahlen, obwohl sich die bereits mit diesen Kosten belastete Gesamtbeitragssumme nicht ändert. Diesen Vorwurf hatte gestern die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) ausgesprochen. Die Verbraucherschützer beziehen sich dabei auf eine selbst durchgeführte Befragung aller Lebensversicherer. Von 34 Riester-Anbietern, die geantwortet haben, haben sich 15 zu diesem Vorgehen bekannt – procontra berichtete.

Das Problem liegt laut der VZHH daran, dass die Lebensversicherer eine Senkung des Eigenbeitrags als Teilbeitragsfreistellung gemäß § 165 VVG verstehen. Jede erneute Erhöhung des Beitrags wird dann wie ein Neuabschluss des Vertrags behandelt und führt zu neuen Kosten.

GDV setzt auf Kulanz der Anbieter

Bedeutet das, dass es einen gesetzgeberischen Missstand in der Branche gibt beziehungsweise, dass das geltende Recht hier in unangemessener Weise von mindestens 15 Riester-Anbietern zu Lasten der Verbraucher ausgelegt wird? Das wollte procontra vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wissen.

„Aufgrund der komplexen Riester-Fördersystematik kann es in wenigen, besonderen Fallkonstellationen zu einer zusätzlichen Abschlusskostenbelastung kommen. Der Verband setzt sich dafür ein, dass die Mitgliedsunternehmen für die betroffenen Kunden individuelle Lösungen auf dem Kulanzweg finden“, heißt es dazu seitens des GDV.

Fördersystem grundsätzlich vereinfachen

Der VZHH-Umfrage vorausgegangen war der Fall eines Riester-Rentenversicherten der Württembergischen Lebensversicherung. Gegenüber procontra hatte die Württembergische damals von einer Fallkonstellation gesprochen, die bei weniger als 0,1 Prozent der Verträge vorkommen würde.

Auch beim GDV schätzt man, dass der beschriebene Effekt bei weniger als einem von 1.000 Riester-Kunden auftritt. „Grundsätzlich sollte das Fördersystem allerdings so vereinfacht werden, dass das Problem gar nicht mehr auftreten kann“, erklärte ein Sprecher gegenüber procontra.

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