Commerzbank: Massiver Stellenabbau erhält Gegenwind

Panorama von Florian Burghardt

Die Commerzbank will tausende Stellen abbauen und zahlreiche Filialen schließen. Durch ihr neues Strategieprogramm will sich die Bank moderner und kosteneffizienter aufstellen. Die Gewerkschaft ver.di sieht die Pläne kritisch.

Die Commerzbank will zahlreiche Arbeitsplätze abbauen und Filialen schließen. Das neue Strategieprogramm beinhaltet aber noch deutlich mehr Eckpunkte.

Die Commerzbank will zahlreiche Arbeitsplätze abbauen und Filialen schließen. Das neue Strategieprogramm beinhaltet aber noch deutlich mehr Eckpunkte. Bild: picture alliance/Bildagentur-online

Die Commerzbank AG will bis zum Jahr 2023 rund 4.300 Vollzeitstellen abbauen und 200 ihrer etwa 1.000 Filialen schließen. Das teilte Deutschlands viertgrößte Bank gestern offiziell mit. Im Rahmen des neuen Strategieprogramms Commerzbank 5.0 sollen aber auch etwa 2.000 neue Vollzeitstellen geschaffen werden, hauptsächlich in den Bereichen Digitalisierung und IT-Infrastruktur. Aktuell beschäftigt die Commerzbank rund 49.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Maßnahmen sollen unter anderem dazu beitragen, das Mobile Banking-Angebot „zügig auszubauen“ und gleichzeitig die IT-Kosten insgesamt zu senken. Zudem soll das Segment Firmenkunden mit über 150 neuen Vertriebsmitarbeitern ausgebaut werden. Zusätzliche Ertragspotenziale erwartet die Bank durch die verstärkte Nutzung von Daten, die individuell zugeschnittene Produkte und Services ermöglichen sollen. Dazu soll auch die Komplettübernahme der Tochter Comdirect – an ihr hält die Commerzbank aktuell gut 80 Prozent – beitragen.

Reform zum Nulltarif?

Insgesamt sollen durch das Strategieprogramm rund 1,6 Milliarden Euro in die verbesserte Aufstellung der Bank fließen. Davon sind 750 Millionen Euro für die Einspar- und IT-Maßnahmen vorgesehen. Nach Abschluss des etwa vierjährigen Strategieprogramms erhofft sich die Commerzbank ein um rund 600 Millionen Euro verringertes Kostenniveau im Vergleich zum aktuellen Zustand. Die weiteren etwa 850 Millionen Euro sollen auf Restrukturierungskosten für den geplanten Stellenabbau und die Filialschließungen entfallen.

Das Geld dafür will die Commerzbank komplett durch den Verkauf ihrer Mehrheitsbeteiligung an der polnischen mBank S.A.  – besser bekannt als „mBank“ – generieren. Übereinstimmenden Berichten großer Nachrichtenagenturen zufolge könnte sie durch den Verkauf der polnischen Tochter (Anteile in Höhe von rund 70 Prozent) gut zwei Milliarden Euro einnehmen.

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