BU: Dass keiner wegen Unklarheiten leer ausgeht

Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Sonderbedingungen wegen unklarer Bedingungen?

Allerdings bleibt bei „iv“ die Frage, wo der Bedingungsvorteil für den Kunden liegt. Wenn die Bedingungen im Marktvergleich eher unklar sind oder die Leistungsregulierung eher rigide gehandhabt wird, dann hat ein Unternehmen womöglich eher Interesse an solch einer vertrauensbildenden Maßnahme, ist von mehreren Maklern zu hören. In diesem Zusammenhang wurde auch immer wieder die Nürnberger genannt, die erst in jüngster Zeit beginne, ihr Image offenbar zu verbessern, so die Makler.

Strixner sieht das anders und vor allem positiv: „Die teilnehmenden Versicherer konnten sich hier bereits rund 20 Jahre vor der IDD-Umsetzung auf transparente, verbindliche und auch für den Endkunden verständliche Formulierungen und Aussagen verständigen.“

Ein iv-Beispiel: BU-Versicherer können abstrakte oder konkrete Verweisungsmöglichkeiten vorsehen oder auf diese Möglichkeit verzichten. In der iv-Sondervereinbarung werden die Begriffe „Ausbildung / Fähigkeiten“ (nach Paragraf 172 VVG) sowie die am Markt häufig gebrauchten Begriffe „Ausbildung / Erfahrung" und „Kenntnisse / Fähigkeiten" per Definition immer als identisch verwendet, sodass der Spielraum für Bewertungen entfällt“, sagt Strixner. Das könne also niemals zum Nachteil des Kunden im BU-Fall ausgelegt werden. Auch daher gebe es durch solche Präzisierungen weniger Raum für Ablehnungen oder Streit. Weitere Informationen, Muster-iv der Versicherer und ein kurzes Erklärvideo gibt es im Internet.

Makler sollten auf Qualität und Leistungsregulierung achten

Gleichwohl ist es für Versicherer, Makler oder Kunde ein zusätzlicher Kostenfaktor bei einer ohnehin nicht billigen Police, die sich besser durch leistungsstarke und verständliche Bedingungen auszeichnen sollte. BU-Sachverständiger Heidekamp verweist auch auf die Qualität der BU-Bedingungen. Um diese zu analysieren, hat er die Online-Plattform fairtest.de gegründet.

Dort geht er teilweise noch weiter in die Tiefe als Rating-Agenturen. Heidekamp findet es unter anderem positiv, wenn ein Versicherer es in den Bedingungen als Berufsunfähigkeit wertet, wenn die gesetzliche Rentenversicherung allein aus medizinischen Gründen eine unbefristete Rente wegen voller Erwerbsminderung anerkennt.

Die BU-Serie in procontra

Im ersten Teil ging es am 18. Juli um die innovative Teilzeitklausel, die es Teilzeitbeschäftigten ermöglicht, im BU-Fall faire Leistung zu bekommen. Im zweiten Teil stand am 25. Juli die Kindervorsorge im Mittelpunkt. Teil drei befasste sich am 1. August mit der Beitragsfreiheit der Altersvorsorge im BU-Fall, Teil vier am 8. August mit Problemen zwischen BU- und Krankentagegeld-Schutz bei längerer Arbeitsunfähigkeit. In Teil fünf am 15. August stand der BU-Fall im Mittelpunkt, in Teil sechs am 22. August der BU-Tarifvergleich.

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