Betrunken auf dem E-Scooter: Ist das versichert?

Berater von Florian Burghardt

Würden Sie nach dem Konsum von Alkohol noch E-Scooter fahren? Die Antworten der Teilnehmer einer Umfrage auf diese Frage sind ernüchternd. Vielen ist anscheinend nicht klar, dass sie neben der Gesundheit auch Führerschein und Versicherungsschutz riskieren.

E-Scooter sind nicht nur aktuell zum Oktoberfest ein begehrtes Gut, um von A nach B zu kommen. Dass bei ihrer Nutzung aber dieselben Alkohol-Grenzwerte gelten wie beim Autofahren, wissen anscheinend bei weitem nicht alle Menschen.

E-Scooter sind nicht nur aktuell zum Oktoberfest ein begehrtes Gut, um von A nach B zu kommen. Dass bei ihrer Nutzung aber dieselben Alkohol-Grenzwerte gelten wie beim Autofahren, wissen anscheinend bei weitem nicht alle Menschen. Bild: Pixabay

Das Münchener Oktoberfest ist in vollem Gange. Bei dieser Feierlichkeit und natürlich auch bei etlichen anderen Volksfesten und Kirchweihen steigt die Attraktivität von E-Scootern. Denn mit dem Trend-Gefährt lässt es sich schnell und ohne großen Aufwand zur Party oder nach Hause gelangen.

Doch auf solchen Festen fließen bekanntermaßen das Bier und andere alkoholische Getränke in Strömen. Das hat sich ScooterExperten.de, eine Ratgeberplattform für E-Roller und E-Scooter, zum Anlass genommen, um die Deutschen nach ihrer Fahrbereitschaft in Verbindung mit Alkoholkonsum zu befragen. Mithilfe der Umfrageagentur Yougov wurden so, kurz vor Beginn der Wiesn, die Aussagen von 2.091 Personen ab 18 Jahren ausgewertet.

Gut ein Drittel ist für „drink and drive“

Im Ergebnis gaben 35,7 Prozent der Befragten an, dass sie auch nach dem Konsum von Alkohol noch mit dem E-Scooter fahren würden. Für 17,8 Prozent wäre die Grenze aber bereits bei weniger als einer maß Bier erreicht. Die übrigen 17,9 Prozent würden allerdings auch nach dem Genuss von einer Maß Bier und mehr noch auf den elektrisch betriebenen Roller steigen.

Dabei zeigt sich, dass Männer hier beriet sind, ein höheres Risiko einzugehen als Frauen. Ein Viertel der befragten Männer würde auch nach einer Maß Bier und mehr noch fahren. Bei den Frauen sind es nur 10 Prozent. Dafür glauben 29 Prozent der Frauen, dass ein wenig Alkoholkonsum schon kein Hindernis für die Fahrt mit den modernen Fortbewegungsmitteln darstellt. Generell zeigten sich die jüngeren Befragten (18-34 Jahre) deutlich unvernünftiger (82 Prozent würden nach Alkoholkonsum noch E-Scooter fahren) als die Befragten ab 55 Jahren (25 Prozent).

Bußgeld, Fahrverbot, Regress

Dabei sollte man hier lieber ganz auf Alkohol verzichten. Denn die alkoholisierte Fahrt mit einem E-Scooter ist einer alkoholisierten Autofahrt gleichgesetzt. Auch hier macht man sich ab einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille strafbar. Laut den Studienautoren liegt er beispielweise bei einem 80 Kilogramm schweren Mann nach dem Konsum von einer Maß Bier bereits bei 0,8 Promille. In diesem Falle wären ein Bußgeld in Höhe von mindestens 500 Euro, ein Fahrverbot von einem Monat und 2 Punkte in Flensburg die Folgen.

Wird der alkoholisierte E-Scooter-Fahrer nicht nur kontrolliert, sondern verursacht einen Unfall, so muss er mindestens mit einer Leistungskürzung seiner Kfz-Versicherung rechnen. Im schlimmsten Fall kann der Versicherer sogar leistungsfrei sein beziehungsweise muss der Fahrer dann mit Regressansprüchen durch den Versicherer rechnen.

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