BdV-Solvenzanalyse: Diese 21 Lebensversicherer fallen durch

Versicherungen LV-Check Top News von Florian Burghardt

Der Bund der Versicherten hat wieder die Solvency II-Berichte von allen 84 Lebensversicherern analysiert und kommt zu einem düsteren Fazit. Vor allem Run-off-Spezialisten schnitten schlecht ab, aber auch einige etablierte große Anbieter.

BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein sieht aufgrund seiner Solvenz-Analyse eine langandauernde und tiefgreifende Krise bei den deutschen Lebensversicherern.

BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein sieht aufgrund seiner Solvenz-Analyse eine langandauernde und tiefgreifende Krise bei den deutschen Lebensversicherern. Bild: BdV

Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) und die Zielke Research Consult GmbH haben erneut die Solvenzberichte der deutschen Lebensversicherer unter die Lupe genommen. Das Urteil der Prüfer ist dabei überwiegend negativ ausgefallen. „Es ist besorgniserregend, dass ein Viertel der Unternehmen zwei der grundlegenden Voraussetzungen für ein dauerhaft funktionierendes Geschäftsmodell nicht aufweisen“, so BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

Mit den zwei grundlegenden Voraussetzungen meint er erstens die reine Solvenzquote der Lebensversicherer (Brutto-Quote abzüglich Übergangsmaßnahmen) und zweitens eine positive Gewinnerwartung. Die reine Solvenzquote sollte, Kritikern zufolge, über 100 liegen, da die Unternehmen ansonsten nur mit Hilfe von versicherungstechnischen Rückstellungen in der Lage sind, die Verluste auszugleichen, die innerhalb des nächsten Jahres eintreten könnten.

Tipp: Ausführliche Analysen und Kennzahlen-Ranglisten der deutschen Lebensversicherer zum Geschäftsjahr 2018 bietet auch der aktuelle procontra LV-Check.

„Anzeichen für eine langandauernde und tiefgreifende Krise“

Die Analyse der Solvenzberichte für das Geschäftsjahr 2018 von 84 Lebensversicherern hätte gezeigt, dass 12 von ihnen auf eine reine Solvenzquote von unter 100 kommen. Auch die nicht vorhandenen beziehungsweise negativen Gewinnerwartungen von 14 Lebensversicherern (darunter 5 Überschneidungen mit den reinen Solvenzquoten unter 100) sind aus Sicht der Verbraucherschützer besorgniserregend. „Dies sind deutliche Anzeichen für eine langandauernde und tiefgreifende Krise der Deutschen Lebensversicherer. Wir erwarten mindestens zunehmend ineffiziente Verträge bis hin zu Insolvenzen von Unternehmen“, lautet Kleinleins düstere Prognose.

Positives gibt es kaum zu berichten. Nur ein einziger Satz weist auf eine erfreuliche Tendenz in der pflichtgemäßen Berichterstattung gemäß Solvency II hin. „Die Transparenz der Berichte hat erneut zugenommen“, wird Dr. Carsten Zielke, geschäftsführender Gesellschafter von Zielke Research Consult in der gemeinsamen Pressemitteilung zitiert.

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