bAV: Zögernde Mitarbeiter bremsen Verbreitung

Berater von Florian Burghardt

Das BRSG sollte die Verbreitung der bAV vorantreiben. Doch diese kommt in vielen Unternehmen nur schleppend voran. Mehreren Umfragen zufolge liegt das nicht nur an den Arbeitgebern.

Experten zufolge kann das BRSG sein Potenzial nicht so recht entfalten. Unter anderem wird die bAV-Verbreitung dadurch gebremst, dass viele Mitarbeiter ihre Arbeitgeber einfach nicht darauf ansprechen.

Experten zufolge kann das BRSG sein Potenzial nicht so recht entfalten. Unter anderem wird die bAV-Verbreitung dadurch gebremst, dass viele Mitarbeiter ihre Arbeitgeber einfach nicht darauf ansprechen. Bild: Pixabay

Mit dem Anfang 2018 in Kraft getretenen Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) sollte die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) vorangetrieben werden. Von Expertenseite ist aber immer wieder zu hören, dass diese gewünschte Entwicklung nur sehr schleppend vorankommt. Beispielsweise gibt es deutschlandweit bisher noch immer keinen einzigen sogenannten Sozialpartnermodell-Tarifvertrag.

Doch auch wenn der Weg aus theoretischer Sicht geebnet scheint, wurden die Menschen offenbar praktisch noch nicht auf diesen vorbereitet. Diesen Schluss legt eine Umfrage des Lebensversicherers Canada Life nahe, an der 1.008 Bundesbürger/innen ab 18 Jahren teilgenommen haben.

Viele bAV-Berechtigte fragen nicht danach

Zunächst einmal belegen die Studienergebnisse die stockende Verbreitung der bAV. Denn nur knapp 40 Prozent der Befragten verfügen über eine solche. Von den Befragten ohne bAV gaben nur 7 Prozent an, dass sie in Zukunft einen Vertragsabschluss planen. Etwa 9 Prozent sagten, dass sie ihren Arbeitgeber zwar darauf angesprochen hatten, dieser ihren Wunsch nach einer bAV aber abgelehnt hat.

Kaum denkbar, denn laut Gesetz haben alle Arbeitnehmer den Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung. Frühere Umfragen haben aber gezeigt, dass dies vielen Angestellten nicht bewusst ist. Möglicherweise ein Grund dafür, warum knapp 73 Prozent der Befragten ohne bAV ihren Arbeitgeber noch gar nicht auf das Thema angesprochen haben.

Probleme beim 15 Prozent-Zuschuss

Von den Teilnehmern mit bAV profitieren zwei Drittel von Arbeitgeberzuschüssen. Die Hälfte von ihnen erhält sogar einen Zuschuss über die 15 Prozent hinaus, die seit diesem Jahr für neue Verträge gesetzlich vorgeschrieben sind. Ein knappes Drittel erhält allerdings keine Zuschüsse zu ihrer bAV.

Mit dem verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss haben auch die Chefs ihre Probleme. Eine andere Umfrage hatte gezeigt, dass viele Arbeitgeber die neue Regelung falsch verstanden hatten oder sogar überhaupt nicht darüber Bescheid wissen.

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