Rating: Die solidesten privaten Krankenvollversicherer

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Das Software- und Analysehaus Morgen & Morgen hat sein diesjähriges PKV-Unternehmens-Rating vorgelegt. Darin wird auch die Entwicklung der Gesellschaften bei den zehn wichtigsten Bilanzkennzahlen beleuchtet. Wer zuletzt am besten abgeschnitten hat.

"Der PKV-Markt bleibt stabil“, sagt Peter Schneider, Geschäftsführer bei Morgen & Morgen. Dennoch werde es weiterhin zu Beitragsanpassungen kommen. Bild: Morgen & Morgen

Morgen & Morgen (M&M) hat sein diesjähriges PKV-Unternehmens-Rating veröffentlicht. Es bietet dem Makler mehr als ein Indiz, welche Gesellschaften er seinen Kunden mit ruhigem Gewissen empfehlen kann, weil sie krisenfest und transparent agieren.

Im Rahmen der bei M&M üblichen Fünfjahresbetrachtung wurden jeweils zehn Bilanzkennzahlen der privaten Krankenversicherer (PKV) für die Jahre 2014 bis 2018 analysiert. Das Rating erlaubt somit Aussagen zu Kosten, Solidität und Wachstum.

Einordnung der Geschäftszahlen in den Zeitablauf

Das Rating sei aus Kundenperspektive angelegt. Hierzu wurden die Daten der Geschäftsberichte ausgewertet. „Doch sowohl Kunde als auch Vermittler haben ohne das Unternehmensrating kaum eine Chance, sich über die von den Versicherern erstellten Unterlagen hinaus einen Eindruck über das jeweilige Unternehmen zu verschaffen“, schreibt Morgen & Morgen.

Die Bewertung der Bilanzdaten bleibe dem Anleger in der Regel verwehrt: Eine Analyse von Bilanzkennziffern sei erst dann aussagekräftig, wenn sie sowohl im Zeitablauf als auch im Vergleich zu den Mitbewerbern erstellt wird. „Genau dazu dient unser Rating“, so M&M-Geschäftsführer Peter Schneider.

Stagnation und doch bleibt die Branche in der Balance

Die Wachstumsrate für natürliche Personen in der Kranken-Vollversicherung liegt im Geschäftsjahr 2018 bei minus 0,55 Prozent. Zusatzversicherungen erfreuen sich dagegen nach wie vor großer Beliebtheit. Die Wachstumsrate beträgt hier 1,20 Prozent. Bei der Anzahl der versicherten Personen insgesamt stellten die M&M-Analysten ein Wachstum in Höhe von insgesamt 0,85 Prozent fest.

Sowohl die Kostenquoten als auch das Eigenkapital bleiben weitgehend konstant. Die anhaltend schwierige Situation am Kapitalmarkt spiegelt sich im Rating wider. Die Nettoverzinsung sinkt deutlich im Schnitt von 3,45 auf 3,03 Prozent und gleichzeitig sinken die Bewertungsreserven der Kapitalanlagen. Während die RfB-Quote noch recht konstant bleibt, reduziert sich allerdings die RfB-Zuführungsquote.

Der Zusammenhang von Rechnungszins und Beitragsstabilität

Die Versicherer reagieren auf die anhaltende Niedrigzinsphase. „Das schlägt sich primär in Rechnungszinssenkungen im Bestand nieder, die für den Kunden durch Beitragsanpassungen spürbar werden“, erklärt Thorsten Saal.

„Bis 2012 wurden die Tarife mit einem Rechnungszins von 3,5 Prozent kalkuliert, 2017 mit 3,0 Prozent und mittlerweile liegt der durchschnittliche Rechnungszins in den Beständen der Versicherer bei 2,8 Prozent“, so der Bereichsleiter Mathematik von M&M weiter.

„Angesichts der Stimmung am Kapitalmarkt schlagen sich die Versicherer gut und der PKV-Markt bleibt stabil“, ergänzt Peter Schneider. „Dennoch wird es weiterhin zu Beitragsanpassungen kommen“, resümiert der Geschäftsführer von M&M (procontra berichtete).

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