Offene Immobilienfonds: Renditegaranten im Nullzinsland

Investmentfonds Top News von Stefan Terliesner

Ein Produkt zieht Anleger wieder magisch an: Offene Immobilienfonds. Neben den bekannten Adressen drängen neue Anbieter auf den Markt. Dort wird es allmählich eng.

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„Offene Immobilienfonds erwirtschaften seit Jahren konstant positive Erträge“, sagt Tim Bröning, Mitglied der Geschäftsleitung bei Fonds Finance Maklerservice. Bild: Fonds Finanz

Es gibt nur wenige Finanzprodukte, deren Absatz begrenzt werden muss, weil die Nachfrage der Kunden so groß ist. Offene Immobilienfonds sind ein Beispiel. Ein Jahrzehnt nach der Krise der OIFs ist die Stimmung wieder bestens. Nicht die Gefahr einer Zinswende, sondern ein Mangel an Objekten und hohe Barreserven treibt die Anbieter um, berichtet Sonja Knorr, Analystin bei der Ratingagentur Scope im Interview mit procontra.

Absurde Anlagewelt

Ein Grund für das lebhafte Interesse an den Anlagevehikeln ist das Dauerzinstief am Kapitalmarkt. Der Hauptrefinanzierungssatz der Europäischen Zentralbank verharrt bei 0,0 Prozent. Auch deshalb liegt der Zins für zehnjährige Bundesanleihen bei minus 0,40 Prozent. Wer dem deutschen Staat 100 Euro leiht, muss dafür 40 Cent zahlen. Das ist absurd. Aber Realität. Auch sonst sind viele Sätze negativ. Damit fallen die bei Bundesbürgern traditionell beliebten Anleihen, Tagesgeld und Sparanlagen als gewinnbringende Anlage aus.

Fondsvermittler mit Erlaubnis gemäß § 34f Gewerbeordnung jedenfalls sollten OIFs auf dem Radar haben. Tim Bröning, Mitglied der Geschäftsleitung bei Fonds Finance Maklerservice, weist auf die „konstant positiven Erträge“ hin, die OIFs seit Jahren erwirtschaften. Auch 2020 und darüber hinaus erwartet er daher „weiterhin hohe Mittelzuflüsse in die Anlageklasse Immobilien“. Für sicherheitsorientierte Investoren sind sie ein geeignetes Produkt, sagte auch Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung sowie stellvertretender Geschäftsführer des IREBS Instituts für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg, bereits unmittelbar nach Einführung der Kapitalanlagegesetzbuches und damit auch der Reform der OIF.

Rund 3 Prozent Rendite

Als Reaktion auf die Finanzkrise, die auch OIFs in Bedrängnis brachte, hatte der Gesetzgeber 2013 Mindesthalte- und Kündigungsfristen eingeführt. Und heute stehen OIF wieder hervorragend da. Die Fonds investieren breit gestreut direkt in einzelne Immobilien. Wie bei anderen Investmentfonds ist das Geld der Anleger als Sondervermögen von der Kapitalanlagegesellschaft getrennt. Eine Insolvenz des Produktgeber trifft Investoren also nicht.

Im Gegenzug für die Risikoverteilung ist der zu erwartende Gewinn allerdings begrenzt. Nach Analysen von Scope betrug die durchschnittliche Rendite offenen Immobilienfonds in Deutschland im vergangenen Jahr 3,1 Prozent. Für 2019 sind die Aussichten „leicht gedämpft“, heißt es in der aktuellen Marktstudie der Berliner Ratingagentur. In den vergangenen Jahren seien neben hohen Vermietungsquoten vor allem steigende Immobilienpreise für Performance-Zuwächse verantwortlich gewesen. Hier deute sich aktuell eine „leichte Abschwächung“ an. Scope hat im Rahmen der jährlichen Analyse 20 Fondsanbieter befragt, darunter 13 Publikum-Fonds und sieben Vehikel für institutionelle Investoren wie Versicherer und Banken.

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