Nur jeder Vierte hat eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Berater von Florian Burghardt

Die eigene Arbeitskraft ist wertvoll. Geht sie verloren, bietet eine BU-Police den besten Schutz. Welche Personen sich am häufigsten absichern und welche Haushalte das größte Vertriebspotenzial bieten, zeigt eine Auswertung des Statistischen Bundesamts.

Laut dem Statistischen Bundesamt ist nur jeder vierte Hauptverdiener eines Haushalts gegen die Folgen von Berufsunfähigkeit abgesichert.

Laut dem Statistischen Bundesamt ist nur jeder vierte Hauptverdiener eines Haushalts gegen die Folgen von Berufsunfähigkeit abgesichert. Bild: Pixabay

Die Absicherung der Arbeitskraft gilt in der Versicherungsbranche unumstritten als wichtig. Dennoch gibt es nicht wenige Verbraucher, die sich bewusst gegen den Abschluss einer solchen Police entscheiden. Über die Trefflichkeit ihrer Beweggründe lässt sich dabei teilweise streiten.

Jedenfalls führt diese Haltung auch dazu, dass durchschnittlich nur in jedem vierten deutschen Haushalt eine Berufsunfähigkeitsversicherung vorhanden ist. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt in seiner jüngsten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe. Dazu werden alle fünf Jahre rund 60.000 Haushalte in Deutschland insbesondere zu ihrer Einkommens-, Vermögens- und Schuldensituationen befragt. Die aktuellen Ergebnisse, die sich auf das Jahr 2018 beziehen, hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einer Sonderauswertung unterzogen. Aus dieser lässt sich unter anderem die Versicherungsdichte in Bezug auf BU-Policen pro Haushalt herauslesen.

Singles am häufigsten ohne Schutz

Demnach entfallen auf die 40,6 Millionen deutschen Haushalte etwa 10,39 Millionen Berufsunfähigkeitsversicherungen. Daraus folgt eine Versicherungsdichte von 25,6 Prozent – also quasi eine Police in jedem vierten Haushalt. Diese Quote ist aber nicht allgemeingültig, sondern variiert stark nach Anzahl und Struktur der im Haushalt lebenden Personen (hochgerechnet von Aussagen der 60.000 befragten Haushalte).

So findet sich bei Alleinlebenden (18,61 Millionen Haushalte) nur in 14,9 Prozent der Fälle eine BU-Versicherung. Bei Alleinerziehenden (1,22 Millionen Haushalte) mit minderjährigen Kindern wird der Schutz schon häufiger abgeschlossen (21,6 Prozent), ebenso bei Paaren ohne Kinder (21,9 Prozent; 11,54 Millionen Haushalte). Die höchste BU-Versicherungsdichte findet sich in Familienhaushalten (5,69 Millionen Haushalte), also bei Paaren mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern. Dort gibt es in mehr als der Hälfte der Fälle (54,1 Prozent) eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Auch in sogenannten sonstigen Haushalten (5,33 Millionen Stück) wie Wohngemeinschaften oder Haushalten mit volljährigen Kindern werden BU-Policen häufiger abgeschlossen (Versicherungsquote: 37,9 Prozent). Allerdings offenbart die Studie weiterhin einen hohen Absicherungsbedarf und somit ein großes Vertriebspotenzial für Vermittler und Produktgeber.

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