Nach Generali Run-off: AfW und BdV wollen Kundenrechte stärken

Berater Top News Versicherungen von Florian Burghardt

Externe Run-offs würden Lebensversicherte benachteiligen, sagen der Vermittlerverband AfW und der Bund der Versicherten. Zur Verbesserung der Kundenrechte haben sie nun ein Forderungspapier vorgestellt. Davon sollen auch Makler profitieren.

Wollen die Kundenrechte vom Run-off benachteiligter Lebensversicherter stärken und die Beratungskompetenz der Makler ins Spiel bringen: AfW-Vorstand Norman Wirth und BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

Wollen die Kundenrechte vom Run-off benachteiligter Lebensversicherter stärken und die Beratungskompetenz der Makler ins Spiel bringen: AfW-Vorstand Norman Wirth und BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein. Bild: AfW, BdV

„Es geht darum, die Würde der Versicherten als Kundinnen und Kunden zurückzuerlangen, nachdem sie zuvor zur Ware degradiert wurden.“ Das sagte Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten (BdV), heute in Hamburg. Zusammen mit dem Bundesverband Finanzdienstleistung AfW hat der BdV ein Eckpunktepapier entworfen, das heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt wurde. procontra hatte über das gemeinsame Vorhaben bereits vergangene Woche berichtet.

Mit der Degradierung zur Ware ist der Verkauf von geschlossenen Lebensversicherungsbeständen gemeint, also extern durchgeführte Run-offs. In solchen Fällen sehen der Vermittlerverband und die Verbraucherschutzorganisation die Rechte der Kunden besonders arg mit Füßen getreten. „Verbraucherinnen und Verbraucher haben ihre Lebensversicherungen regelmäßig im Vertrauen auf die Stabilität der gewählten Versicherungsgesellschaft abgeschlossen und werden jetzt reihenweise enttäuscht“, so AfW-Vorstand Norman Wirth.

Wer kündigt, verliert Geld

Doch es geht nicht nur um ein Gefühl von Enttäuschung, sondern auch um den Geldbeutel der Kunden. Denn wenn sie als Betroffene eines externen Run-offs ihre Police kündigen möchten, zum Beispiel weil sie der Run-off-Plattform nicht vertrauen, so müssen die Versicherten laut BdV und AfW mit finanziellen Einbußen beim Wert ihres Vertrages rechnen.

Dazu Kleinlein: „Bei einer Kündigung behält das Unternehmen viel Geld, das als noch nicht ausgeschüttete Überschüsse in zusätzlichen Reservetöpfen schlummert. Auch in den Bewertungsreserven und den Zinszusatzreserven liegen derzeit Milliarden, die den kündigenden Versicherten vorenthalten werden können.“ Deshalb fordert er einen „fairen Übertragungswert“, der eine Beteiligung der Kunden an diesen Reserven sicherstellt.

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