Multi-Asset-Income Fonds: Gewagte Erträge

Investmentfonds Top News von Mariam Misakian

Manager von Multi-Asset-Income Fonds wollen ihren Anlegern laufende Erträge bei geringem Risiko bieten. Das durchwachsene Jahr 2018 stellte dieses Versprechen auf eine harte Probe.

Multi Asset Income Fonds Ausschüttung Morningstar

„Viele Manager mussten ihren Anlagemix aufgrund ihrer immer schwieriger zu erreichenden Ausschüttungsziele anpassen“, sagt Barbara Claus (Bild), Morningstar-Analystin. Bild: Morningstar

Multi-Asset-Income-Fonds sind die vermeintlichen Alleskönner unter den Geldanlage-Produkten. Genau wie klassische Multi-Asset Fonds setzen ihre Income-Vettern auf einen Mix verschiedener Anlageklassen. Sie sollen weniger riskant sein als Dividendenfonds, die Aktienmarktschwankungen voll ausgesetzt sind. Gleichzeitig gelten sie als attraktiver als Anleihefonds, die im aktuellen Niedrigzinsumfeld kaum Rendite abwerfen. Obendrein stellen Multi-Asset-Income Fonds den Anlegern regelmäßig hohe Ausschüttungen in Aussicht. Einige Fonds setzen dabei auf ein festes prozentuales Ausschüttungsziel, andere geben eine Spanne vor. Auf den ersten Blick wirken Income-Fonds wie ein Rundum-Sorglos-Paket.

Riskantes Portfolio

Zumindest solange die meisten Income-Fonds ihre Ausschüttungsziele erreichen konnten. Im Börsenjahr 2018 gelang das allerdings nur noch unter erschwerten Bedingungen. Europäische Anleihen haben durch die Leitzinserhöhungen der US-Notenbank Fed an Wert verloren, und dank fallender Kurse wurden auch viele Aktien zum Verlustgeschäft. Das wirkte sich voll auf die Income-Fonds aus: „Viele Manager mussten ihren Anlagemix aufgrund ihrer immer schwieriger zu erreichenden Ausschüttungsziele anpassen“, sagt Morningstar-Analystin Barbara Claus. Anders als bei klassischen Mischfonds fokussierten sich Manager in diesem Segment nämlich darauf, die vorgegebenen Erträge zu erreichen, weniger aber auf Rendite- oder Risikoaspekte. Darum enthalten Income Fonds inzwischen jede Menge Risikopapiere. Eine Morningstar-Analyse hat ergeben, dass Multi-Asset-Income-Portfolios Ende vergangenen Jahres durchschnittlich zu gut 40 Prozent aus Hochzinsanleihen bestanden. Zum Vergleich: Bei klassischen Mischfonds lag dieser Anteil bei nur zehn Prozent. Viele Multi-Asset-Income-Manager nahmen zum Beispiel Schwellenländeranleihen und Hypothekenanleihen in ihre Portfolios auf. Bei den Aktien setzten sie auf Dividendenaktien, die nicht automatisch für finanzstarke Unternehmen stehen. Insgesamt sind Income-Multi-Asset-Fonds heute durch ihr riskantes Vorgehen deutlich volatiler als ihre klassischen Mischfonds-Verwandten.

Nur wenige überzeugten

Im vergangenen Jahr hat sich die Spreu vom Weizen getrennt. Einige Fonds konnten durchaus mit ihrer Performance überzeugen. So zum Beispiel der Global Income Fund von J.P. Morgan. Seit der Gründung vor zehn Jahren hat der Fonds seinen Wert durchschnittlich um zehn Prozent im Jahr gesteigert. Andere Fonds kamen im vergangenen Jahr stärker ins Trudeln, zum Beispiel der Schroder ISF Global Multi Asset Income Fonds. Der Fonds hat Investoren eine fixe Ausschüttung von fünf Prozent im Jahr versprochen. Als die Erträge 2018 hierfür nicht ausreichten, mussten die Manager an die Substanz gehen und Anteile verkaufen. Inzwischen ist das Management zu einem flexibleren Ausschüttungsziel von vier bis sechs Prozent pro Jahr übergegangen.

Berater sollten beim Thema Multi Asset Income also genau hinschauen, welche Fonds sie Anlageportfolios beimischen. Vor allem sollten sie berücksichtigen, wie hoch der Anteil an Risikopapieren im Portfolio ist. Und wie realistisch das formulierte Ertragsziel.

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