Mehrheit der Deutschen fordert Altersvorsorgepflicht für Selbstständige

Berater von Florian Burghardt

Grundsätzlich sind die Deutschen einer weiteren verpflichtenden Altersvorsorge eher abgeneigt. Wenn überhaupt, dann solle diese auch die Selbstständigen mit einbeziehen. Ein solches Modell ist bereits in der Mache, vieles aber noch unklar.

Die Mehrheit der Deutschen würden einer zusätzlichen Altersvorsorgepflicht nur zustimmen, wenn diese auch für Selbstständige und Beamte gelten würde.

Die Mehrheit der Deutschen würden einer zusätzlichen Altersvorsorgepflicht nur zustimmen, wenn diese auch für Selbstständige und Beamte gelten würde. Bild: Pixabay

Die Mehrheit der Bundesbürger lehnt eine ergänzende Pflichtvorsorge fürs Alter ab. Knapp die Hälfte (47 Prozent) stimmte der Aussage „Ich bin generell gegen eine weitere Pflichtabsicherung für das Alter. Ergänzende Altersvorsorge muss freiwillig bleiben.“ zu. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) hervor, an der zwischen dem 09. und 12. August 2019 2.060 Personen ab 18 Jahren aus ganz Deutschland teilnahmen.

Nur 30 Prozent der Befragten sprachen sich für eine weitere Pflichtvorsorge aus. Knapp ein Fünftel (17 Prozent) zeigte sich unentschlossen, der Rest machte keine Angabe.

Würde diese zusätzliche Pflichtvorsorge in Form einer Betriebsrente beschlossen, so sprachen sich 58 Prozent dafür aus, dass diese auch für Beamte und Selbstständige gelten müsse. Diese Auffassung wird vor allem von älteren Umfrageteilnehmern vertreten (69 Prozent Zustimmung bei den über 65-Jährigen). Bei den jüngsten Befragten (18 bis 24 Jahre) forderte die Altersvorsorgepflicht für Beamte und Selbstständige indes nur jeder Dritte. Hintergrund ist, dass eine verpflichtende Betriebsrente im Normalfall nur die sozialversicherungspflichtig Angestellten betreffe würde.

Die Altersvorsorgepflicht für Selbstständige kommt

Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige einzuführen. Diese hat bereits mehrere politische Hürden genommen. Sie soll bereits ab nächstem Jahr gelten. Wie sie genau aussehen soll, ist aber noch unklar. Aus Sicht vieler Experten ist sie ein notwendiger Schritt, unter anderem weil rund drei Millionen Selbstständige noch gar keine finanzielle Vorsorge fürs Alter betreiben.

Über die möglichen Umsetzungswege einer Altersvorsorgepflicht für Selbstständige berät in erster Linie der zuständige Bundesausschuss zusammen mit anerkannten Sachverständigen. BDÜ-Vizepräsident Ralf Lemster und Dr. Reinhold Thiede von der Deutschen Rentenversicherung Bund zählen zu diesen Sachverständigen. Für procontra haben sie ihre Vorschläge skizziert (für Artikel auf Namen klicken).

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