GDV: Stabile Vertriebswege bei Versicherungen

Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Der Vertriebswege-Mix in der Versicherungsbranche ist relativ stabil. Direktvertrieb funktioniert weitgehend nur im Kfz-Geschäft. Makler halten ihre Positionen als wichtigster unabhängiger Vertriebskanal allen Regulierungen zum Trotz sehr stabil.

Obwohl die Branche seit 2007 mit permanenter Regulierung zu mehr Verbraucherschutz und weniger Kosten gedrängelt wird, zeigen sich alle Vertriebswege weitgehend stabil. Bild: Pixabay

Persönliche Beratung dominiert im Versicherungsvertrieb, wie die Vertriebswegestatistik 2018 des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für das Neugeschäft ausweist. Die Daten belegten eine ausgesprochen stabile Verteilung zwischen den Vertriebswegen, wie auch der Vergleich zum Vorjahr belegt (procontra berichtete).

In allen Geschäftsbereichen entfällt der größte Anteil des Neugeschäfts auf die Einfirmenvermittler. Makler sind jeweils der zweitgrößte Vertriebsweg. Sie konnten laut GDV sowohl in der Lebens- als auch der Schaden-/Unfallversicherung leicht zulegen, während ihr Marktanteil in der privaten Krankenversicherung (PKV) geringfügig zurückging (siehe Grafik).

Im Unterschied dazu weist die jährliche Vertriebswege-Messung der Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson eine kritischere Wertung des Maklergeschäfts in der PKV aus. Es schrumpfte 2017 um 1,3 Prozentpunkte, wobei dort Makler und Mehrfachagenten zusammen erfasst werden und gemeinsam noch auf 37 Prozent Marktanteil kamen (procontra berichtete).

Direktvertrieb verharrt trotz Digitalisierung

Der Anteil des Direktvertriebs, beispielsweise über Internetseiten der Versicherer oder Vergleichsportale, hat sich laut GDV 2018 zu 2017 nur in der PKV leicht erhöht und ansonsten kaum verändert. Überdurchschnittlich hoch sei der Anteil des Direktvertriebs in der Schaden-/Unfallversicherung. Dies führt der GDV maßgeblich auf die Kfz-Versicherung zurück: Hier macht der Direktvertrieb mittlerweile rund ein Fünftel des Neugeschäftsvolumens aus.

Für die Lebensversicherung weist der GDV zusätzlich das Neugeschäft nach ‚Annual Premium Equivalent‘ (APE) aus. Diese in der Versicherungswirtschaft gebräuchliche Messgröße bezeichnet die Summe aller Beitragseinnahmen eines Jahres aus Policen gegen laufenden Beitrag und ein Zehntel aller Einnahmen aus Einmalbeitragsversicherungen.

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