Finanzwissen: Mehrheit der Deutschen sieht Nachholbedarf

Berater von Florian Burghardt

Die Mehrheit der Deutschen sieht bei ihren Mitbürgern Bildungslücken bei Geld- und Finanzfragen. Ein Schulfach „Finanzen“ könnte helfen, doch das wollen nicht alle gleichermaßen. Bei welchen Einzelthemen der größte Nachholbedarf gesehen wird.

Die meisten Deutschen schätzen ihr eigenes Finanzwissen besser ein als das ihrer Mitbürger.

Die meisten Deutschen schätzen ihr eigenes Finanzwissen besser ein als das ihrer Mitbürger. Bild: Pixabay

Im Durchschnitt bewerten die Deutschen die allgemeine Finanzbildung der Menschen hierzulande mit der Schulnote 3,5 und damit um eine halbe Note schlechter als ihr eigenes Wissen über Geldthemen (3,0). Das geht aus einer Umfrage des Berliner Fintechs „WeltSparen“ hervor, für die das Unternehmen 2.045 Bundesbürger ab 18 Jahren – davon 1.051 Frauen und 994 Männer – im Juli von Yougov Deutschland befragen ließ.

Während die Schulnote 2 (gut) mit Blick auf die anderen Menschen nur in 5 Prozent der Fälle vergeben wurde, waren es bei der Bewertung des eignen Kenntnisstands schon 21 Prozent. Männer schätzten sich dabei besser ein als Frauen. Sie gaben sich für ihr Finanzwissen häufiger die Noten 1 und 2 (28 Prozent) als die weiblichen Umfrageteilnehmer (19 Prozent).

Dass man hierzulande von einem verbesserungswürdigen Kenntnisstand in Geld- und Finanzfragen ausgeht, ist nichts Neues. Dies könnte unter anderem damit zusammenhängen, dass Geld innerhalb der Familien eine Art Tabuthema ist. Eine ähnliche Befragung hatte vor zwei Jahren ergeben, dass der Großteil der Menschen die Schulen in der Pflicht sieht, um den Deutschen schon früh eine höhere Finanzbildung zu vermitteln.

Größter Nachholbedarf bei Rente und Steuern

So auch diesmal: 60 Prozent der Weltsparen-Studienteilnehmer finden, dass Bildung zu finanziellen Themen in der Schule für alle Schüler auf den Lehrplan gehört. Diese Forderung verstärkt sich mit zunehmendem Alter der Befragten. Regional betrachtet gibt es bei dieser These aber große Unterschiede. So fordern fast 70 Prozent der Bayern eine bessere finanzielle Bildung in der Schule, bei den Saarländern teilen dagegen nur etwa 40 Prozent diese Ansicht.

Schlüsselt man das große Thema Finanzwissen auf, so ergeben sich Präferenzen. Eine bessere Bildung wird demnach, aus Sicht der Befragten, vor allem bei der Rente benötigt (61 Prozent). Das zweitgrößte Defizit herrscht bei Steuern (59 Prozent), exakt die Hälfte sieht einen mangelnden Kenntnisstand bei Verträgen und immerhin 48 Prozent der Befragten würden ihren Mitbürgern mehr Wissen rund um Finanzprodukte empfehlen. In Volkswirtschaftslehre (34 Prozent) sowie Buchhaltung und Betriebswirtschaftslehre mit je 24 Prozent wird der allgemeine Kenntnistand als wenig verbesserungswürdig eingeschätzt.

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