Finanztest: Testament über Ländergrenzen

Berater Recht & Haftung Top News von Detlef Pohl

Ein Testament hilft, Erbstreitigkeiten zu verhindern. Kommen die Partner aus verschiedenen Ländern, ist das besonders sinnvoll. Hilfe bei der Erstellung von Testamenten können Kunden auch von spezialisierten Ruhestandsplanern bekommen.

Heutzutage ist das steinerne Erbe weniger spektakulär, aber meist finanziell werthaltig. Ruhestandsplaner helfen auch beim Erbe über Ländergrenzen. Bild: Pixabay

Ein Testament braucht jeder, der die Verteilung seines Vermögens selbst – und anders als normal - regeln will. Der Nachlass soll im Todesfall an den „Richtigen“ gehen – etwa einen Partner, mit dem keine Ehe besteht. Mit einem klug formulierten Testament lassen sich Konflikte unter Familien und anderen Nahestehenden vermeiden. Wie das geht, dazu hat die Zeitschrift "Finanztest" in der August-Ausgabe zahlreiche Tipps zusammengestellt (die Freischaltung des Artikels kostet 3,00 Euro).

Wer vor seinem Tod nichts regelt, bei dem tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Der Nachlass steht dann Verwandten und – falls vorhanden – dem Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner zu. Mit einem Testament lässt sich die gesetzliche Erbfolge aushebeln. „Ein kluges Testament schafft Frieden, denn in einer Erbengemeinschaft kommt es oft zu Streit“, schreibt Finanztest. Damit ließen sich auch Verwandte enterben – bis auf den Pflichtteil.

Testament ganz altmodisch per Hand aufschreiben

Ein Testament ist an strenge Formalien gebunden und muss trotz alltäglicher Digitalisierung leserlich mit Hand aufgeschrieben und unterzeichnet sein. Mit einem Testament lassen sich Bedingungen stellen und Aufgaben verteilen. Soll etwa der geliebte Enkel Ihre Eigentumswohnung erst bekommen, wenn er fertig mit dem Studium ist, ordnen Sie das an. Bestehen Zweifel, dass die Erben den Nachlass in Ihrem Sinne verteilen, können Sie einen Testamentsvollstrecker einsetzen. Eine andere Möglichkeit ist die Teilungsanordnung. Finanztest liefert dazu zahlreiche Textbeispiele.

Leben Partner in verschiedenen Ländern oder leben in einem Drittstaat zusammen, wird es kompliziert. Innerhalb Europas gilt fast überall die Europäische Erbrechtsverordnung seit dem 17. August 2015, nicht jedoch in Großbritannien, Irland und Dänemark. Laut Verordnung richtet sich das Recht für den gesamten Nachlass nach dem gewöhnlichen Aufenthalt des Verstorbenen (Lebensmittelpunkt). Per Testament kann man das aber auch anders bestimmen (Rechtswahlklausel).

Mit Testament Erbe über Ländergrenzen regeln

Formulierungsbeispiel: „Für die Erbfolge bezogen auf unser gesamtes im In- und Ausland gelegenes bewegliches und unbewegliches Vermögen wählen wir, soweit dies möglich ist, das (deutsche, schweizerische oder sonstige) Recht. Unser gewöhnlicher Aufenthaltsort soll keine Rolle spielen.“

Da die Erbschaftssteuer von Land zu Land variiert, empfiehlt Finanztest, sich frühzeitig zum Erb- und Steuerrecht zu informieren. Ohne Testament erben Unverheiratete jedenfalls nichts, da sie erbrechtlich wie Fremde behandelt werden. Sie können auch kein gemeinschaftliches Testament machen, aber immerhin einen Erbvertrag beim Notar.

Seite 1: Erbe über Ländergrenzen per Testament regeln
Seite 2: Warum Ruhestandsplanung für Makler gute Zukunft hat

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