Das Motorrad ist 21 Mal tödlicher als das Auto

Versicherungen von Florian Burghardt

Der Anteil der Motorradfahrer an den Verkehrstoten ist auch 2018 nicht zurückgegangen. Ob sich das auch auf die Prämien auswirken wird? Einer GDV-Studie zufolge könnten vor allem zwei Faktoren die Zahl der toten Biker senken.

Laut einer aktuellen Studie des GDV ist Motorradfahren 21 Mal tödlicher als Autofahren.

Laut einer aktuellen Studie des GDV ist Motorradfahren 21 Mal tödlicher als Autofahren. Bild: Pixabay

Aktuell macht die Branche mit der Kfz-Versicherung Gewinn. Denn die Schadenkostenquote der Sparte liegt unter 100 Prozent. Laut der Rating-Agentur Assekurata könnte sich das aber bald ändern, falls die Marktgrößen Huk-Coburg und Allianz im „heißen Herbst“ an der Preisschraube drehen sollten.

Ob günstigere Prämien dann auch für die Versicherung von Motorrädern denkbar sind, lässt sich mit Blick auf eine aktuelle Studie des GDV bezweifeln. Denn der Anteil der Motorradfahrer an den getöteten Verkehrsteilnehmern ist mit 21 Prozent auf dem hohen Niveau des Jahres 2017 geblieben. Im Jahr 2016 hatte ihr Anteil „nur“ rund 17 Prozent betragen.

Damit ist das Risiko, beim Motorradfahren getötet zu werden, bezogen auf die gefahrenen Kilometer etwa 21 Mal höher als beim Autofahren. Zu diesem Schluss kommen die Autoren der Unfallforschung der Versicherer (UDV), die die Studie für den Gesamtverband erstellt haben.

„Es geht vor allem um die Kommunikation“

Die Forscher haben auch herausgefunden, dass übliche Schutzkleidung mit Protektoren bei einem Aufprall auf ein Hindernis schon bei Geschwindigkeiten über 25 Stundenkilometern lebensbedrohliche Verletzungen nicht mehr verhindern kann. Allerdings könnte schon mit dem aktuellen Stand von höherwertiger Schutzkleidung (z.B. Airbag-Jacken) die Grenze für lebensbedrohliche Verletzungen auf 50 Stundenkilometer erhöht werden. Mit noch größerem Airbag-Volumen könnten lebensbedrohliche Verletzungen sogar bei einem Aufprall mit 70 Stundenkilometern ausgeschlossen werden.

Der Leiter der UDV, Siegfried Brockmann, fordert noch weitere Produktentwicklungen in dieser Richtung. Vor allem gehe es aber um die Kommunikation mit den Fahrerinnen und Fahrern: „Wir müssen klar sagen, dass keine praktikable Schutzkleidung in der Lage ist, bei einem Aufprall mit üblicher Landstraßengeschwindigkeit eine tödliche Verletzung zu verhindern.“

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