Cyberschutz wird erwachsen

Berater Top News von Carla Fritz

Privaten Cyberschutz gibt es bislang überwiegend nur als Baustein. Dabei ist das Segment bereit auf eigenen Beinen zu stehen. Im aktuellen Angebot das Passende für die Kundschaft zu filtern – für Makler eine Herausforderung.

Cyberversicherung Haftpflicht Computer Datenrettung

Der private Cyberschutz wird erwachsen - trennt sich aber nicht von Bausteinen. Welche besonders stark nachgefragt werden. Bild: Shutterstock.com

Was für Firmen schon Realität ist, Cyberschutz gebündelt in einer Police, darauf können Privatkunden vorerst nur hoffen. Derzeit findet man ihn über verschiedene Sparten verstreut. Der eine Versicherer dockt ihn an die Hausrat an. Der andere hat eine eigene Internetpolice, der Dritte macht es im Rechtsschutz, der Vierte einen Internet-Schutzbrief. Und all das wiederum in sehr unterschiedlichem Umfang und Mix. Lediglich in der Privathaftpflicht hat sich seit Einführung eines entsprechenden Musterbausteins durch den GDV 2007 ein Marktstandard für Schäden durch Austausch, Übermittlung und Bereitstellung von Daten herausgebildet.

An Sternen orientiert

Es sei noch „etwas wild, wie der private Cyberschutz im Markt umgesetzt wird“, bestätigt Jens Reichert, bei der Inter zuständig für die Marktbeobachtung Cyber. Als hilfreich für Makler und ihre Kundschaft wertet er von daher auch das erste Bedingungsrating von [ascore] aus 2018. Das Angebot „Cyberguard“ der Inter wird dort mit 5,5 Sternen bewertet, gleichbedeutend mit einem „Ausgezeichnet“. Es gehört zu den selbstständigen Internetpolicen am Markt, die einspringen, wenn User auf dem Schaden sitzenbleiben – zum Beispiel Opfer eines Fake-Shops oder einer Phishing-Attacke werden – ihr Bankkonto leergeräumt wurde und die Bank keinen Schadenersatz leisten muss, bis hin zur Abzocke über manipulierte Geldautomaten. Die Inter ersetzt im Maximum bis 15.000 Euro, ebenso die SV Sparkassenversicherung.

Auch Kosten für Datenrettung nach einem Hackerangriff werden in den Internetpolicen in bestimmtem Umfang übernommen. Dazu kommen meist Ad-hoc-Rechtsberatung überwiegend am Telefon und weitere Hilfeleistungen - etwa im Falle von Cybermobbing, hier dann teils auch inklusive psychologischer Beratung und Datenlöschdienst.

„Datenrettung und Interneteinkauf waren in letzter Zeit besonders gefragte Themen auf unserer Hotline“, sagt Sylvia Knittel von der SV Sparkassenversicherung aus Stuttgart. „Die Leute bestellen etwas gegen Vorkasse, aber die Ware kommt nie an. Oder sie haben sich einen Trojaner oder andere Schadprogramme heruntergeladen.“
Wenn man Studien Glauben schenken wolle, sei Datenrettung für den Kunden die wichtigste Leistung überhaupt, so Reichert.

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