Cyber-Risiko: Firmen endlich aufgewacht

Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Die fatalen Auswirkungen von Cyber-Angriffen sind mittlerweile bekannt. Vor allem seien dies Betriebsunterbrechungen (39 Prozent sehen darin das größte Cyber-Risiko), Haftungsrisiken (23 Prozent sehen darin großes Cyber-Risiko) und Reputationsverlust (22 Prozent). Allerdings scheuen sich die Unternehmen noch davor, das Risiko durch externe Dienstleister bewerten zu lassen: Nur für 47 Prozent ist das von Interesse. Das lieg vornehmlich daran, dass nur widerwillig Einblick in die eigenen Daten gewährt wird.

Um Cyber-Gefährdungen einzudämmen, müssen nicht nur technische Sicherheitslücken geschlossen, sondern auch die eigenen Mitarbeiter sensibilisiert werden. Hier sei das Gefahrenbewusstsein ebenfalls gestiegen: 86 Prozent messen der Sensibilisierung der Mitarbeiter einen sehr hohen Stellenwert bei, und 63 Prozent haben Interesse daran, ein Cyber-Training zu etablieren. Eine kurze Zusammenfassung zum Thema hat Willis Towers Watson mit der Broschüre „Cyber-Sicherheit“ erstellt, die kostenlos zum Download bereitsteht.

Auch Makler zunehmend sensibilisiert

Laut der Studie „Gewerbliches Schaden-/Unfallgeschäft 2019“ haben Cyber-Policen beim Umsatz der Makler nur langsam an Bedeutung zugenommen (von 26,1 auf 27,5 Prozent). Beim Umsatztrend für die kommenden ein bis drei Jahre sehen 79,3 Prozent der Makler bei Cyber-Versicherungen „viel bessere“ oder „eher bessere“ Chancen (procontra berichtete). Dies ist allerdings ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als 86,5 Prozent der Befragten viel bessere Chancen mit Cyber-Policen sahen.

White-Hat-Hacker Michael Wiesner überprüft die IT-Sicherheit von Unternehmen, indem er quasi im Auftrag von Firmen versucht, in die Netzwerke der Auftraggeber einzudringen (Penetrationstest). Zuletzt tat er dies im Auftrag des GDV und mit Wissen der Praxen bei 25 Arztpraxen - mit teils verheerenden Erkenntnissen. Vor allem seien die Passwörter für die IT zu einfach: Zu 80 Prozent sind das der Name der Praxis, des jeweiligen Behandlungszimmers oder ähnliches. So würden Patientendaten zu einer leichten Beute für Cyberkriminelle (procontra berichtete).

Erstes gewerbliches Cyber-Rating

Ein erstes Rating gewerblicher Cyber-Policen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im deutschen Markt hat die Ratingagentur Franke und Bornberg im Herbst 2018 vorgelegt (procontra berichtete). Die Höchstnote konnte niemand erreichen. Die vier Testsieger bekamen die drittbeste Note („FF+“):

  • AIG „CyberEdge 3.0“, Stand 06.2018,
  • HDI „Cyberversicherung für Firmen und Freie Berufe“, Stand 10.2018,
  • Hiscox „CyberClear“, Stand 01.2018, und
  • Markel „Pro Cyber“, Stand 01.2018.

Informationen zum Thema Cyber-Sicherheit für Einsteiger und Fortgeschrittene gibt es auf dem Portal cybercheck.de.

Seite 1: Versicherung nur für das Restrisiko bei Cyber-Angriffen
Seite 2: Wie Makler die fatalen Cyber-Folgen abmildern helfen

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