BU-Serie (III): Warum Beitragsfreiheit für Altersvorsorge im BU-Fall wichtig ist

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Im Rahmen des Qualitäts-Award 2019 von fairtest.de hat die LV1871 (Tarif „Golden BU Vorsorgeschutz") den Qualitäts-Titel für die Gruppe „Ohne Gesundheitsprüfung“ gewonnen. In der Analyse wurde speziell auf die Beitragsfreiheit der Altersvorsorge im BU-Fall ohne Gesundheitsfragen Wert gelegt. „Ein besonderer Vorteil bei der LV 1871 ist, dass sich die Beitragsabsicherung auch auf Fremdverträge ausdehnen lässt, etwa für Fondssparpläne, Bauspar- und Darlehensverträge sowie PKV-Vollversicherungen“, sagt der BU-Gutachter. Leider noch nicht für private Pflegeversicherungen, so der Versicherer auf Anfrage.

„Auch die Antragstellung ist bei der LV 1871 sehr leicht“ würdigt der Analyst. Im Antrag werden bis zu zwei bestehende Vorsorgeverträge angegeben, für die der Versicherer im BU-Fall die Beiträge übernehmen soll. Solange die Verträge bestehen, fließen bei Berufsunfähigkeit die monatlichen Beiträge automatisch an die Institution, die die Verträge verwaltet. Erlischt ein Vertrag, könne das Bezugsrecht auf einen anderen Vertrag übertragen werden. Zudem sei eine Verdopplung des monatlichen Sparbeitrages möglich, wenn beim gleichen Versicherer ein privater Vorsorgevertrag abgeschlossen wird. So sind dann statt 250 Euro sogar monatlich 500 Euro versicherbar.

Die Beiträge für den Beitragsbefreiungs-Baustein werden alters- und berufsgruppenabhängig berechnet. Es gibt nur drei Gruppen: Akademiker, kaufmännisch Tätige und handwerklich Tätige. Heidekamp findet solche Lösungen auch mit Blick auf die politisch gewollte Altersvorsorgepflicht für Selbstständige (procontra berichtete) interessant. „Vermittler sollten bei der Basisrente schon heute die Beitragsfreiheit im BU-Fall in der Beratung berücksichtigen und dem Kunden empfehlen.“

Beitragsbefreiung auch wegen Abzügen wichtig

Die Beitragsbefreiung im BU-Fall verhindert schlimmere Versorgungslücken, so Heidekamp. Denn von der vereinbarten BU-Rentenhöhe gehen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge ab (procontra berichtete). Dann bleibt selten Geld für die private Altersvorsorge übrig – ohne Beitragsbefreiung im BU-Fall ließen sich diese Verträge kaum weiter bedienen.

„In einem von mir begleiteten Leistungsfall wurde neun Jahre rückwirkend die BU-Leistung anerkannt und die Steuer- und Sozialabgaben waren entsprechend hoch“, sagt Heidekamp. Der Freude folge dann oft eine Ernüchterung, was von der Rente übrigbleibt.

Nachversicherungsoptionen kaum genutzt

Hinzu käme, dass die BU-Rente in der Regel ja nur einen Teil des Einkommensausfalls abfedert, die Lebenshaltungskosten aber steigen. „Nur wenige Versicherte nutzen regelmäßig die Nachversicherungsoptionen und Dynamikerhöhungen, um eine ausreichende BU-Rentenhöhe zu sichern“, weiß Heidekamp aus Erfahrung. Klar ist: Jede Dynamisierung erhöht Leistung und Beitrag. Das kann oder will sich nicht jeder leisten.

Ein besonderer Vorteil wäre noch zu erwähnen: Je nach Antragsunterlagen des Versicherers zählt die Beitragsbefreiung nicht zur finanziellen Angemessenheitsprüfung. So kann man über die LV 1871 bis zu 500 Euro monatlich zusätzlich an BU-Leistungen über den Baustein „Beitragsbefreiung bei BU“ versichern.

„Richtige Vorsorge schützt nicht nur den Versicherten, sondern auch den Bestand des Vermittlers“, nennt der BU-Gutachter einen letzten Aspekt. Beitragsbefreiung für den BU-Fall sichere im Idealfall die Altersversorgung insbesondere von Selbständigen ab, die sich so auch andere unverzichtbare Verträge weiter leisten können, etwa ihre private Krankenversicherung und private Pflegevorsorge.

Haftet der Vermittler bei unzureichender Beratung?

„Es ist derzeit schwer denkbarbar, dass der Vermittler haftet, wenn er keine Beitragsfreiheit bei BU empfiehlt“, meint Heidekamp. Dennoch mache der Einschluss die Beratung erst rund. Aus eigener Praxis rät er, das Angebot des Einschlusses einer Beitragsfreiheit bei Berufsunfähigkeit zu dokumentieren. „Die Bereitschaft des Kunden zum Abschluss ist in der Regel sehr hoch“, weiß der Spezialmakler.

Zur Chronologie der sechsteiligen BU-Serie: Im ersten Teil ging es am 18. Juli um die innovative Teilzeitklausel, die es Teilzeitbeschäftigten erleichtert, im BU-Fall volle Leistung zu bekommen. Im zweiten Teil stand am 25. Juli die Kindervorsorge im Mittelpunkt.

Seite 1: Einfache Lösungen für Beitragsfreiheit bevorzugt
Seite 2: Vor allem Selbstständige als Zielgruppe

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