Vorsorgedokumente: Chance für Zusatzverdienste?

profino Berater Recht & Haftung von Michael Fiedler

Brauchen auch Eheleute eine Vorsorgevollmacht? Wo sind die Unterschiede zwischen Bestattungsverfügung und Testament? Und welche Chancen auf Zuverdienste für Versicherungsvermittler bestehen, ohne das Rechtsdienstleistungsgesetz zu verletzen?

Patientenverfügung Vorsorgevollmacht Rechtsberatung

Bieten Vorsorgevollmacht und Co. Vermittlern Chancen auf Zusatzeinkünfte oder erhöhen sie nur das Risiko der unerlaubten Rechtsberatung? Bild: shutterstock.com

Ja, zur Vorsorge und einer umfassenden Beratung der Mandanten gehören auch die sogenannten Vorsorgedokumente. Wer glaubt, in diesem Bereich sei mit Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht alles getan, irrt: Unternehmervollmacht, Sorgerechts-, Bestattungs- oder Organverfügung... das alles ist erklärungsbedürftig. Und für Laien sind die Unterschiede und Abgrenzungen zum Testament nicht immer ganz klar.

Vorsorgedokumente: Chance für Zusatzverdienste?

In Zeiten von gedeckelten Provisions- bzw. Courtageeinkünften, glaubten nicht wenige Vermittler, mit den Vorsorgedokumenten könnten „leichte Nebeneinnahmen“ erzielt werden.
In der Praxis erwies sich das in vielen Fällen als trügerische Hoffnung. Denn das Rechtsdienstleistungsgesetz steht dem Vermittler hier im Wege.

So darf der Makler, um die Trennung zur Rechtsberatung (die ihm nicht erlaubt ist) aufrechtzuerhalten, nicht auf die Einzelfallsituation des Mandanten eingehen. Was sich leicht formulieren lässt, ist im Beratungsgespräch – oder gar bei dem gemeinsamen Ausfüllen und Beantworten von Fragebögen – schwer einzuhalten. Die Grenze zur unerlaubten Rechtsberatung schnell überschritten.
Zudem muss der Mandant in der Beauftragung des Rechtsdienstleisters frei sein.

Aufklärung ist keine Rechtsberatung

Auf der sicheren Seite ist der Vermittler, wenn er sich darauf beschränkt, über die Notwendigkeit solcher Dokumente aufzuklären.
Auch über die Standard-Abläufe in Notfällen sollten gesprochen werden. Denn eine Patientenverfügung kann ihre Wirkung nur dann entfalten, wenn sie im Ernstfall den behandelnden Ärzten bekannt ist. Dafür müssen die Dokumente im Zentralen Vorsorgeregister (ZVR) der Bundesnotarkammer registriert werden.

Vermittler, die ihr Wissen über Vorsorgevollmachten, Verfügungen & Co. auffrischen wollen, haben dazu auf profino Gelegenheit: Rechtsanwalt Lutz Arnold und Eberhard Lenkardt von der Gesellschaft für Vorsorgeverfügungen (GFVV) sprechen am Donnerstag (25.07.2019) zum Thema. Ihr Webinar „Vorsorgeverfügungen – welche braucht man wirklich?“ beginnt 14 Uhr und bietet auch IDD-konforme Weiterbildungszeit.

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