Vermögensanlagen: Wie sich die P&R-Pleite auswirkt

Sachwerte von Michael Fiedler

Produktangebote nach dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) gehen drastisch zurück. Einen Grund dafür sehen Analysten in der P&R-Pleite. Wie viele Produkte noch angeboten werden und welche Gründe sonst noch für den Rückgang angeführt werden.

P&R Pleite Vermögensanlagen Sachwerte Investments

Kommt nach der P&R-Pleite eine ganze Branche ins Straucheln? (Symbolbild) shutterstock.com

Im zweiten Quartal 2019 gab es nur zwei neu genehmigte Produkte bei den Vermögensanlagen nach Vermögensanlagegesetz (VermAnlG). Dabei handelt es sich zum einen um eine nachrangige Namensschuldverschreibung mit einem Emissionsvolumen in Höhe von 10 Mio. Euro (RE14 Multi Asset-Anleihe aus der Assetklasse erneuerbare Energien). Das zweite neue Produkt ist ein Direktinvestment mit einem Angebotsvolumen in Höhe von rund 16,6 Mio. Euro (Solvium Wechselkoffer Euro Select 7 aus der Assetklasse Multi-Asset).

Rückgang um 87 Prozent

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang um 87 Prozent, so das Berliner Analysehaus Scope. Für das aktuelle „Reporting Vermögensanlagen“ haben die Experten nur jene Vermögensanlagen erfasst, die eienr Prospektpflicht unterliegen. Damit bleiben Crowdinvestments und soziale Projekte außen vor, denn für sie gilt die Prospektpflicht nicht.

Wie die P&R-Pleite der Branche schadet

Bereits im Jahr 2018 wurde das Insolvenzverfahren der P&R Transport-Container GmbH bzw. einiger weiterer Gesellschaften der P&R Gruppe eröffnet. Das letzte Angebot der P&R Transport-Container GmbH wurde bereits zum 07.03.2018 geschlossen und der Vertrieb dafür eingestellt, sodass sich bereits im Jahr 2018 ein Angebotsrückgang dieses Segments abgezeichnet hat. Der erneute Imageschaden, den die Vermögensanlagen damit erlitten haben, hat aus Sicht von Scope zu einem weiteren Angebotsrückgang in diesem Segment geführt.

Weitere Gründe

Weitere Gründe für den Emissionsrückgang sehen die Berliner u.a. in der Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). Seitdem müssen z.B. Windenergieanlagenbetreiber an Ausschreibungsverfahren teilnehmen; feste Fördersätze gibt es nicht mehr. Die Höhe der Förderung hängt vom Ergebnis der Ausschreibung ab. Das erschwert die Fondskalkulation der Anbieter.
Darüber hinaus kündigte die deutsche Finanzaufsicht strengere Kontrollen bei Vermögensanlagen an. Scope ist davon überzeugt, dass bereits in der Ankündigung von verstärkter Aufmerksamkeit ein Grund für den Angebotsrückgang zu sehen ist.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare